Haus Schwanensee
Haus Schwanensee

Bericht(e) von hier (und da)

10.09.2017, 12.00h (mitteleuropäische Zeit, sechs Stunden hinter Peking-Zeit):

So, jetzt ist es wohl endgültig vorbei. Ich sitze wieder in meinem Zimmer, wie damals, als ich diese Website erstellt habe und schreibe nun den letzten Post. Es ist, zählt man die Reiseposts einzeln, der siebenundsiebzigste (wenn ich mich nicht peinlicherweise verzählt habe), ungezählte Rechtscchreibfehler inklusive. Überall fliegen hier noch Fächer, Pandakuscheltier, Tee en masse und allerlei andere chinesische Mitbringsel herum, aber mittlerweile ist wieder ahlbwegs Land in Sicht, immerhin beginnt morgen schon das Nachbereitungsseminar und dann ist der Freiwilligendienst auch ganz offiziell beendet.

Ich werde jetzt nicht die gesamte Abschiedswoche in China noch einmal aufrollen, es sei nur so viel gesagt: Es war nicht leicht. Die Bilder dürften genug aussagen. 

Der Rückflug verlief dann verhältnismäßig ruhig und wir sind pünktlich in Hamburg (dieser Flughafen wirkt nun nach den ganzen chinesischen Prunkbauten nahezu winzig!) angekommen. Als ich dann im Zug nach Eutin saß, fielen mir gleich wieder haufenweise Eigenheiten der Deutschen auf: Wie das dauerhafte sich-beschweren oder die hektische Ungeduld an Fahrkartenautomaten oder beim Ein- undd Aussteigen, von den unglaublich gedämpften Stimmen ganz zu schweigen. Am Bahnhof angekommen wurde ich dann von einem ganzen Haufen von Menschen begrüßt, es gab Kuchen, Banner und Sekt und alles was sonst noch zu einem mächtigen Empfang dazugehört. Ich war vielleicht mit meiner leicht durchgeschwitzten MinZhong-Schuluniform etwas sehr reiseartig gekleidet, aber wen stört das schon!

Seitdem läuft nun das Einleben und es klappt mittlerweile auch ganz gut, erinnern mich doch tägöiche Nachrichten auf WeChat und QQ, sowie massenhaft chinesische Musk auf meinem Handy und knapp 10.000 Bilder an die vergangene und woohl auch zukünftige Verbindung zu China.

Als letztes möchte ich mich natürlich auch noch bei Ihnen und euch als Leser meiner manchmal nicht in ganz einwandfreiem Deutsch verfassten Blogeinträge bedanken. Ich habe mir die größte Mühe gegeben, Ihnen und euch einen Einblick in dieses für den Westler doch unglaublich fremde und voller Vorurteile gefüllte Land mit seinen unglaublich liebenswerten Menschen zu geben. Sollte es aber immer noch Fragen geben, freue ich mich immer über eine Mail! Mein Ziel mit mindestens einen Post per Woche zu schreiben, scheine ich ja sehr elegant erfüllt zu haben. Für ein paar Wochen werde ich die Seite noch in ihrem endgültigen Zustand lassen und dann irgendwann wahrscheinlich abstellen, solange sit sie auch für mich undd meine Mitfreiwilligen eine spannende Möglichkeit, nochmal was nachzulesen, wurde mir zumindest schonmal erzählt. 

In diesem Sinne, 拜拜一帆顺风!(baibai, yi fan shun feng, "Tschüss und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel" wäre wohl die passende norddeutsche Übersetzung!)

Xi'an (4.-6.8.)

Die ganze große Reise sollte mit einer der wohl geschichtsträchtigsten Orte Chinas beginnen: Xi'an, auch "Rom Chinas" genannt beherbergt nicht nur die Terrakottaarmee, sondern liegt auch fast dort, von wo aus über 1000 Jahre lang das Kaiserreich China regiert wurde!

Gleich nach der Ankunft machten wir uns auf einen ersten Erkundungsausflug und gerieten dabei zum Glocken- und Trommelturm und zum muslimischen Viertel, in dem es ungleublich voll und heiß war! Dabei sind wir auch gleich in die alte Moschee von Xi'an, die mit einer Moschee, wie wir sie uns vorstellen nicht gemein hat: Hätten wir nicht gewusst, dass wir uns in einer Moschee befänden, hätten wir es wohl eher für einen chionesischen Tempel gehalten (von den arabischen Inschriften mal abgesehen).

Der nächste Tag war dann vor allem eins: heiß!! Immerhion waren wir im Wüstenrandgebiet, Xi'an gehört auch zu den Städten Chinas, wo der SMOG am stärksten zuschlägt. Jedoch schien die Sonne und wir konnten bei bestem Wetter Trommel- und Glockenturm erklimmen und nochmal zu dem etwas ruhigeren und auch günstigeren, privateren Teil des muslimischen Viertewl gehen und dort für einen angemessenen Preis Nudeln essen. Denn in Nordchina gibt es die fast häufioger als Reis und sie werden fast immer aus Weizenmehl gemacht. Jedoch schmeckt jede dieser schier unendlichen verschiedenen Sorten unterschiedlich, sodass wir wohl noch einige Jahre bräuchten, um uns durchzuprobieren. Abends sind wir dann zur großen Wildganspagode gegangen und haben uns dort die größte Wassershow Chinas angeschaut, die echt atemberaubend war!

Am nächsten Tag sollte dann das Highlight Xi'ans schlechthin besichtigt werden: Die Terrakotta-Armee. Auf einer Fläche, zweimal so groß wie die heutige Stadt Xi'an ließ sich Gesamtchinas erster Kasier Qin Shi Huangdi ein gigantisches Grabmahl errichten, das aus einer gesamten Stadt bestand und von einer riesigen Armee aus Tonkriegern beschützt wurde, jeder einzelne maßgefertigt. Über ein sechstel der damaligen Bevölkerung Chinas soll an dem Bau dieser monumentalen Anlage mitgewirkt haben! Dass dieser Ort täglich von Touristen n ur so überrannt wird, war uns schon bewusst und so war es dann auch kein Wunder, dass in den einzelnen Hallen sich die Menschenmassen. nur so gegenseitig rieben, aber wenn man schoin fast ein Jahr in China war, hat man mit sowas auch kein Problem mehr, trotzdem war der Ausflug zu dem Grabhügel (der Großteil der Anlage überlebte keine 100 Jahre), der in einer parkähnlichen Anlage lag, durchaus angenehmer, denn hier war es erstaunlich leer und einem wehte eine frische Birse um die Nase. Dieser Grabhügel hatte übrigens mal eine Gesamthöhe von über 300 Metern, wovon jetzt "nur" noch 150 Meter übrig sind. 

Auf der Rückfahrt wurden wir dann spontan von einer guten Freundin von mir (einer Chinesischstudentin unserer Uni) in ihre Heimatstadt eingeladen, die direkt auf dem Weg zuz unserem nächsten Halt lag, also beschlossen wir, die Zelte in Xi'an ein en Tag früher abzubrechen, Nele (die wir eigentlich erst einen Tag später treffen wollten) ein Zugticket zu hinterlegen, sodass wir dann mit dem gleichen Zug fahren würden und selbst Mavy in Jincheng zu besuchen!

Jincheng (7.-8.8.)

Der Aufenthalt war denkbar kurz, dafür aber umso herzlicher: Nach u´meiner ersten und Leas zweiten Fahrt in einem chinesischen Hochgeschwindigkeitszug (der meistens über 300 fuhr) ging es noch ein paar Stunden mit dem Auto durch die schon ziemlich platte nordchinesische Landschaft,  bis wir schließlich in der Heimatstadt von Mavy, der befreundeten Studentin von mir, ankamen (diese Stadt hat übrigens 2 Millionen Einwohner, wie gefühlt jede Stadt sie in Nordchina mindestens hat - das ist so viel wie die Kunming, die größte Stadt Yunnans besitzt!)  und wurdsen gleich von der Familie mit einem sehr augiebigen, köstlichen Essen empfangen. Am Nachmittag machten wir dann auch noch einen kurzen Ausflug zu nahgelegenen Bergen, wo es ein paar sehr schöne Tempel gab, bevor am Abend natürlich wieder kräftig gegessen und Vorräte für eingekauft wurde, denn wir wollten schon 24 Stunden später den heiligsten Berg Chinas, den TaiShan erklimmen!

Am nächsten Morgen gab es dann noch einmal ordentlich was zu Essen, bevor wir uns dann schon wieder auf den Weg zum nächsten Bahnhof machten, um dann im gleichen Zug wie Nele zum TaiShan zu fahren.

TaiShan (8.-9.8.)

Nun sollte der wohl körperlich anstrengendste Part der Reise folgen: 7000 Stufen, in Teilen in direkter Falllinie hinauf auf den heiligsten Berg Chinas - und das alles mitten in der Nacht, damit wir von oben dann den Sonnenaufgang bewundern können. Zuerst haben wir aber erstm al unsere Sachen ins Hostel gebracht, was gegessen und die Unmengen an Proviant, die wir von Mavys Eltern bekommen hatten, in den Taschen verstaut. Um elf wollten wir uns auf den Weg machen, also haben  wir noch ein, zwei Stunden Schlaf "aufgetankt" und dann ging es los: Erst mit dem Taxi zum Eingang und dann zu Fuß: Am Anfang war der Weg sehr leicht ansteigend, die Treppen waren nicht sehr steil und immer wieder gab es Abschnitte, wo ein einfacher Weg folgte. Wir waren umgeben von sehr vielen Chinesen, zum Teil auch Familien mit sehr kleinen Kindern. Nach der ersten Hälfte machten wir eine kuirze Rast und vertilgten einen Teil unseres Proviants, bevor dann die zweite Etappe anstand. Da wir in der Dunkelheit (dioe trotz Vollmond ziemlich stark war) nicht viel erkennen konnten, konnten wir auch ein Glück nicht so genau erkennen, was dan jetzt auf uns zukam: Fast senkrecht stiegen wir diesen Berg hinauf, immer weiter, ein bisschen so, wie in "Kung-Fu-Panda", aber dann war es geschafft und wir erreichten das südliche Himmelstor. Wer es erreicht, soll unsterblich werden, heißt es..lassen wir uns mal überraschen... Nuin bot sich uns ein faszinierender Anblick: Überall lagen Chinesen auf Matten und in Decken gewickelt und schliefen. Sie waren wohl schon früher heraufgekommen und schliefen nun bis der Sonnenaufgang kam, dafür konnte man sich auch alles mögliche mieten. Und da es hier in 1500 Metern Höhe ziemlich kalt war, gab es auch gleich Mäntel zum Ausleih, was Nele und Lea auch dankbar annahmen. Nach einigem Herumirren fanden wir dann auch einen sehr schönen Platz, von welchem aus man den Sonnenaufgang toll beobachten können müsste, hatten aber noch eine gute Stunde Zeit, die Nele und Lea kurzerhand damit verbrachten , auf dem harten Fels zu schlafen. Und dann ging es los: Erst War es nur ein winziger Streifen rotes Glühen, aber dann wurde es immer mehr und mehr, bis die Sonne schließlioch aufging. Die Atmosphäre, die auf dem Berg herrschte, ist nicht zu bewschreib en, viele Menschen gerieten fast in Ekstase und brüllten laut los, als die Sonne sich dann über den Rand schob, immerhin lässt sich ein Sonnenauf- oder -untergang sehr sehr schillernd auf Chinesisch beschreiben. Und der Sonnenaufgang war m,ehr als nur majestätisch: Im Tal hatte sich ein Wolkenmeehr gebildet und warf das Lichtspiel noch einmal farbiger zurück. Der Abstieg war dann nur noch reine Formsache, aber nun konnten wir endlich im Licht sehen, wo wir denn da nachts überhaupt hochgeiert waren! Danach konnten wir noch zwei Stunden im Hostel ruhen, bevor es dann schon wieder weiterging.

Qingdao/Tsingtao (9.-10.08.)

Nach solch einer Macht chinesischer Kultur wurde es Zeit, sich mal etwas ganz anderem zuzuwenden: Die Stadt Qingdao (oder einst Tsingtao) war mal eine deutsche Kolonie - und noch heute erinnert so manches daran, wie einige sehr deutsche Gebäude im Stadtbild (auch einige modernere Gebäude wurden dem nachempfunden) oder auch die Tatsache, dass das nach ziemlicheinhelliger Meinung beste Bier aus dieser Stadt stammt, das Tsingtao-Bier, welches man sich sogar am Straßenrand ganz praktisch in eine Platiktüte abzapfen kann, aber dazu später mehr..

Als wir also ziemlich fix und fertig ankamen, stellte sich als erstes heraus, dass das Hostel, welches wir gebucht hatten, nicht für Ausländer zugelassen ist (in China werden Ausländer in jedem Hostel oder Hotel "registriert" und dafür haben nicht alle die Erlaubnis), also mussten wir noch einmal ein gutes Stück durch die Stadt, um ein anderes zu finden. Dort gab es dann aber auch ein Glück freie Zimmer und wir konnten es uns sehr gemütlich machen.

Am nächsten Tag statteten wir erstmal der Tsingtao-Brauerei einen Besuch ab und besichtigten das Gelände (inklusive Freibier am Schluss!) und machten uns dann etwas später auf den Weg zur Küste und schauten uns dabei die Innenstadt an, wo man immer wieder auf die "deutschen" Gebäude stieß. Am Ufer angekommen konnten wir auch die einzige Seebrücke Chinas bestunen und einmal draufgehen, danach stürzten wir uns dann an einem hoffnungslos überfülltemn Strand in die Fluten, für mich war es das erste Mal, seitdem ich in China war, dass ich Schwimmen war!! Am Abend wurde es dann noch Zeit, einer Sitte Qingdaos auf den Grund zu gehen: Wir kauften uns am Straßenrand ein halbes Kilo (!) Bier, das uns dann in eine Plastiktüte(!!) samt Strohhalm (!!!) für knappe zwei Euro (!!!!) gezapft wurde. So etwas gibt es tatsächlich nur in Qingdao!

Dandong (11.-13.08.)

Unsere eine Chinesischlehrerin hatte uns vor einiger Zeit eingeladen, sie in ihrem Heimatort (auch eine 2.Millionen-Einwohner-Stadt) direkt an der Grenze zu Nordkorea zu besuchen - und so eine CHance lässt man sich natürlich nicht entgehen! Also sind wir mit dem einzigen wöchjentlichenm Flug von Qingdao nach Dandong geflogen und wurdenm dann direkt von ihr am Flughafen abgeholt - und es gab natürlich gleich etwas zu Essen, wer hätte es erwartet! Danach erkundeten wir das Areal um unser Hostel, das auf einer vorgelagerten Insel am Grenzfluss zu Nordkorea lag und dort war es echt schön: Der Norden CHinas ist im Vergleich zu Yunnan viel moderner, es war echt ein wenig unglaublich!! Abends gab es dann regional gegrilltes, das bedeutete tonnenweise Seafood!

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg zum Endstürkc der großen Mauer, das ganz in der Nähe lag und hier hieß es dann wieder kraxeln und Stufen klettern, ein Glück hatten wir den letzten Muskelkater schon einige Tage vorher abgeschüttelt und konnten so nun sehr gemütlich in der Hitze schwitzen.

Am Abend schlenderten wir dann nochmal an der Uferpromenade entlgang, lauschten chinesischen Kleinorchestern, schauten den Damen und Herren bein Tanzen zu - in manchen Details gibt es eben doch keine so großen Unterschiede zwischen dem Norden und dem Süden!

Am letzten Tag machten wir uns selbstständig auf den Weg durch die Stadt und gingen zu einer Brücke, die einst Chiona und Korea verband, im Korea-Krieg von den USA allerdings zerstört wurde. Heute führt diese bis genau an die Grenze. Sie ist mit massig chinesischen Flaggen geschmückt, epische Chöre hämmern aus Lautsprechern Patriotismus für Chiona ins Herz und ein großes Denkmal gint es auch, an so welchen Stellen ist es schon schwierig, sich dieser Faszination zu entziehen.Das typischste Essen sollte dann am Abend erfolgen: Es gab selbstgemachte Jiaozi im Hause der Tamte unserer Chinesischelehrerin, die natürlich vorzüglich waren!

Dalian (14.08.-15.08.)

Da ich in Dalian krank im Bett lag (ich schiebe es auf die Klimaanlagen), war das für mich nicht gerade sonderlich spannend, Lea und Nele haben aber die Stadt ein wenig erkundet und sich auch viel am Strand getummelt. Immerhin hatte diese Zwangspause zur Folge, dass Lea und ich dann fit zur letzten Etappe mit dem Schlafzug gen Peking starten konnten, während Nele zurück nach Pu'er geflogen ist.

Peking (17.08.-22.08.)

Das letzte Ziel unserer Reise sollte dann auch das wohl wichtigste Ziel für einen Chinareisenden sein: die Hauptstadt! Hier laufen alle Fäden zusammen: politisch, eisenbahntechnisch und auch im Denken der Menschen ist diese Stadt das uneingeschräknkte Zentrum des Landes!

Gelebt haben wir bei einem entfernten Verwandten, mit dem wir auch so manches unternommen haben. Nach der Ankunft haben wir erstmal die gegend um die Wohnung erkunddet: Ein hochmoderner Wohnkomplex direkt an einer der schier unendlich vielen Shoppingareale. Dabei sind wir auch beim Herumstreunern zum CCTV-Gebäude gekommen, immerhin das Gebäude mit der zweitgrößten Nutzfläche der Welt!

Am nächsten Tag wurde es dann Zeit für das Zentrum: Platz des himmlischen Friedens, die verbotene Stadt, das Mao-Mausoleum und der Kohlehügel standen unter anderem auf dem Programm. Aber im Gegenzug zum sehr sonnig-schönen Vortag war die Stadt nun sehr smogverhüllt und dunkle Wolken sahen nicht gerade erfolgrversprechend aus. Am Platz des himmlischen Friedens angekommen, ging es durch die Sicherheitskontrolle und hinain in die verbotene Stadt - zusammen mit gefühlt tausenden anderen Touristen, die Menschenmassen schoben einen zwischenzeitig regelrecht durch die Anlage, erst im etwas verwinkelteren hinteren Teil wurde es entspannter und da wir uns in den endlosen Gässchen ein bisschen verloren, waren wir erst nach der Rush Hour wieder aus dem gigantischen Komplex rau, der nicht zu Unrecht als größte Palastanlage der Welt gilt! Danach wollten wir nun aufdden Platz des himmlischen Friedens zurückkehren, um uns Mao persönlich in seinem Mausoleum anzuschauen, aber dann brach ein ein mächtiger Platzregen auf uns nieder und so machten wir uns auf den Rückweg, es war ohnehin schon fast der ganze Tag vergangen. 

Am nächsten Tag besuchten wir mit meinem Verwandten das Kunstviertel Pekings und gingen dort auf Erkundungstour durch die Ateliers. Am Abend hatten wir dann noch einmal die Chance, ein wenig in das Nachtleben Pekings hineinzuschnuppern..

Auch am nächsten tag nahmen sich mein Verwandter und seine Verlobte ein wenig Zeit und wir machten eine Tour durch die sogenannten Hutongs, den alten Gässchen die einst große Teile Pekings durchzogen hatten. Danach fuhren Lea und ich noch einmal zum Platz des himmlischen Friedens und schauten uns an, wie die Flagge zum Sonnenuntergang runtergezogen wurde.

Wenn man in Peking ist, dann muss man sich natürlich auch den traum erfüllen und einmal auf der großen Mauer gestanden haben. Und so machten wir beide uns am darauffolgenden tag auf den Weg, ein bisschen auf dieser zu laufen. Wir fuhren zum Abschnitt von Juyongguang, wo die Mauer ein val beschreibt, weil an dieser Stelle ein Pass mit Toren war. So konnten wir dort abseits der großen Touristenströme entspannt einige Stunden beei gut heißen Temperaturen und Sonnenschein über die äußerst steilen Abschnitte steigen. Aber Treppensteigen waren wir ja schon vom TaiShan gewohnt! Die Rückfahrt stellte sich dann als etwas komplizierter raus, weil es nur einen Bs gab, der haöbwegs in die Nähe einer Metrostation fuhr. So durften wir danach noch knapp eine halbe Stunde durch die Outskirts voon Peking laufen, jedoch sehr zu unserer Freude, denn hier erlebten wir wieder "unser" China: Kleinere Gässchen, keine hohen Gebäude, keine sehr teueren westluchen Spezialitäten, einfach nur "China"!

Damit war unser letzter Tag auch schon gekommen, fpr diesen war nochmal klassisches Sightseeing geplant: Himmelstempel und SOmmerpalast standen auf dem programm. Leider wurde es im Laufe des Tages immer diesiger und auch wiieder regnerischer, sodass der eigentlich wunderschöne Park am Sommerpalast eigentlich grau wirkte und der große See dort gelb. Das war doch ein wenig schade, aber trübte Peking nur ein wenig!

Und so kam dann schon der Abreisetag, früh am Morgen um halb vier wollten wir aufstehen,denn der Flieger sollte um sechs Uhr bereits abheben - und so kamen wir dann nach knapp drei Wochen spannender Reisen geschafft und völlig überwältigt nach längerer Busfahrt von Kunming wieder in Pu'er an, bereit, der letzten, finalen Woche entgegenzusehen.

25.07.2017, 11.00h:

So, ich bin immer noch in Pu'er. Weil sich keine Räumlichkeiten finden ließen, fällt die Summerschool in diesem Jahr aus. Also wird es jetzt Zeit, ein wenig umzuplanen und zu sehen, was man stattdessen machen könnte.

Auf jeden Fall werde ich den größten Teil der Zeit bis zur Abreise gen Norden in Pu'er verbringen. Und schon passieren wieder so einige Dinge, die einem nur iin Cina passieren können: So war ich vorgestern Abend laufen und auf einmal fragt mich eine Dame auf einem E-Roller, ob ich ihr nicht helfen könne. Das Rsultat war, dass ich dann ihren E-Roller, der keinen Strom mehr hatte, einen Berg raufgeschoben habe. Als es dann wieder bergab ging, ist munter davongerollt, nur um am Fuße des Berges auf mich zu warten und mich yum Dank yum Essen einzuladen! Naja, danach hatte ich dann noch  eine Essenseinladung. So wird man wieder dick!

Davor am Tag hatte mich eine Schülerin aus Zhanyuan (wo ich vor ein paar Monaten mal unterrichtet hatte) gefragt, ob ich mir nicht ihr Fußballspiel angucken wollte. Aktuell finden nämlich die Wettbewerbe der Schulen in Pu'er statt. Also bin ich hin und habe mir im Regen angesehen, wie Zhenyuan gegen Jinggu gewann und sich damit das Ticket für die Yunnanmeisterschaft sicherte!

Chongqing (15.07.-22.07.)

Seitdem wir angefangen hatten, uns zu überlegen, nach Chongqing zu fahren, war klar, dass diese Fahrt etwas ganz besonderes werden sollte: Zwei Deutsche (eine Mitfreiwillige und ich) zusammen mit einer Chinesin wollten zusammen die flächenmäßig größte Stadt der Welt besuchen! Das verhieß viel Abenteuer, Spannung und einmalige Erlebnisse!

Am 15.07. abends ging es los: Mit dem Nachtbus von Pu'er nach Kunming (in China heißt das, dass man in diesen Bussen Doppelstockbetten hat, in denen man dann shcläft, während man gemütlich zum Ziel kutschiert wird), um zwei Uhr morgens hatten wir es dann mit verhältnismäßig wenig Schlaf (die Betten sind auch eher für die durchschnittliche chinesische Körpergröße ausgelegt) geschafft, weiter ging es zum Flughafen, wo wir dann noch ein paar Stunden muntere Spielchen am Flughafen spielten, bis wir an Board unseres Fliegers konnten. Wofür man per Bahn ca. 22 Stunden einkalkuliert, schafft das Flugzeug in gerade mal einer Stunde und der erste Eindruck von Chongqing sollte sich in den folgenden Tagen auch nur weiter erhärten: HEIß!!! Jeden Tag erreichte das Thermometer 37 Grad Celsius und einen tag hatten wir auch ordentlich SMOG. Der Weg zum Hostel war dann dementsprechend eine Tortur: Mit langen Hosen und dem ganzen Gepäck ausgerüstet suchten wir fast eine Stunde, bis wir endlich den Eingang zu dem 52-stöckigen Wohnhaus direkt am Jangtse fanden. Unser Hostel lag im fünfzigsten Stockwerk mit eiinmaligem Rundumblick - und Klimaanlage (die regelmäßig ein Mobilisieren der letzten Kräfte ermöglichte, um die rettende Kälte nach einem halben Tag Erkunden der Stadt zu erreichen)! An diesem Tag probierten wir dann auch gleich eine der vielen Spezialitäten Chongqings: Nudeln! Viele Städte sind für ihre Nudeln berühmt, in Chongqing sind es vor allem Weizennudeln, die aneinanderkleben (sogenannte xiaomian - kleine Nudeln) und leicht glibschige Nudeln aus Reismehl (suanlafen genannt). Die Sauce, in der diese schwammen war auch deutlich anders, als die, die man in Yunnan fand: Man merkte die feurige Schärfe deutlich!

Am nächsten Tag schauten wir uns einen alten Stadtteil von Chongqing an: Kleine enge Straßen, überall Menschen und Läden an Läden: Das Paradies für den chinesischen Touristen! Am Abend ging es dann direkt weiter zum zweiten großen Shoppingpunkt für Toursiten: Die Hongyadong: Ein riesiges traditionell wirkendes Gebäude, das direkt am Fluss am Berg klebt (Chongqing ist eine sehr gebirgige Stadt) und voller Essen, Mitbringsel und teuren Restaurants ist.

Für den kommenden Tag hatte unsere Chinesin die Idee, in ein Aquarium zu gehen. Und da sie noch nie in einem war und unser Interesse an chinesischer Fischhaltung in einem derartigen Aquarium auch groß war (nicht abzusehen von der Klimatisierung!) machten wir uns auf den Weg dorthin. Auf dem Weg gerieten wir unversehends auf die längste Rolltreppe Chinas und in einen unerwartet großen, unterirdischen Markt! Das Aquarium selbst war sehr spannend: es gab eine Meerjungfrauen- und eine Seelöwenshow, außerdem wurden dort sogar Pinguine und Eiswölfe gehalten!

Am Abend gab es dann das wohl berühmteste Gericht Chongqings: Hotpot! Man kann sich das in etwas wie Fondue vorstellen - nur, dass die Brühe zur Hälfte aus Wasser und zur anderen Hälfte aus Chili und Sichuan-Pfeffer besteht und man kann nahezu jedes Essen darein schmeißen und es garen! Das sorgte bei uns dreien für Schweißausbrüche und Tränen, aber wir kämpften uns tapfer durch alle Gerichte. Hotpot ist natürlich nicht nur in Chongqing zu haben, auch die Nachbarprovinz Sichuan ist bekannt für den Hotpot.

Am Mittwoch fuhren wir rauf in die Bege, die auf der anderen Seite des Jangtse emporragten und schauten uns einen botanischen Garten an. Leider fanden wir nicht die erhoffte Aussichtsplattform mit Blick auf die Stadt, aber na gut. Abends genossen wir dann noch einmal die erleuchtete Stadt.

Und schon brach der letzte tag an: Der stand vor allem im Zeichen des Einkaufens von Mitbringseln und dem Genießen von Essen. So fliegt die Zeit!

Dann ging es auch schon wieder zurück. Und eigentlich war mein Pkan, nun von Kunming direkt nach Liuku zur Summerschool zu fahren. Allerdings war die Schule, wo sie eigentlich stattfinden sollte und noch kein Ersatz gefunden. Also bin ich mit den beiden anderen im Nachtbus wieder zurück nach Pu'er gefahren - und nach einer heimischen Nudelsuppe trennten sich dann die Wege am Samstagmorgen zwischen den Deutschen und der Chinesin wieder.

 

Was wahrscheinlich aufgeafallen dürfte, war unsere Auflugsart pro Tag immer zweigeteilt: Eine Tour morgens und eine Abends, dazwischen gab es immer eine Mittagsrast im Hostel - und auch der große Fokus auf das Essen ist sehr typisch für chinesisches Reisen. Und so war dieser Ausflug für uns alle wohl eine Erfahrung, bei der wir alle etwas gelernt haben, was wir so nicht erwartet hatten!

15.07. 2017 (rückdatiert):

So, um die Ereignisse ein bisschen übersichtlicher darzustellen, datiere ich diesen Bericht jetzt einfach zurück (eigentlich ist er auch am 5.07. verfasst worden): 

Die letzte Woche Unterricht ist vorbei! Ich hatte mir für meine Klassen ein cooles Spielchen überlegt. Irgendwie ging es aber ein wenig sehr drunter und drüber, aber immerhin habe ich es geschafft, meine Abschlussworte, sowie die selbstgebratenen Frikadellen in die tobende Menge zu schmeißen. 

Beim DSA haben wir in der letzten Woche die neue Meisterin (eine Chinesin) das Spiel gestalten lassen. Und sie hat sich echt gut geschlagen! Nun bleibt abzuwarten, wie sich das in Zukunft entwickeln wird. Auch beim Chor war das letzte offizielle Treffen, anschließend gab es noch gemeinsames Shaokao (chinesisches BBQ) und dann war die letzte Woche vor lauter Abschiede auch schon vorbei. Aber natürlich haben wir uns versprochen, dass wir uns alle nochmal wiedersehen. Denn Chancen wird es in der letzten Augustwoche noch geben. Wenn alle Studenten bereits wieder da sind!

Nun wird aber das nächste Kapitel anbrechen. Als allererstes steht die Reise nach Chongqing auf dem Plan!

10.07.2017, 10.30h:

Jetzt brechen auch hier offziell mit der letzten grossen Bildergalerie die letzten zwei Monate an. Und die werden stark von Reisen und Summerschool gepraegt sein, denn in Pu'er bin ich nicht mal mehr zwei ganze Wochen. Am Samstag bgeinnt naemlich das grosse Umhergereise, das dann erst wieder in der letzten Augustwoche mit unserer Rueckkehr nach Pu'er enden wird. Mal sehen, wie viel Zeit ich haben werde, noch regelmaessig etwas hier hochzuladen..im Zweifelsfalle gibt es die grosse Zusammenfassung am Ende!

Die letzte Woche war bereits schon von den ersten (in Teilen relativ dramatischen) Abschiedsszenerien gepraegt, da sich unsere Theatertruppe zum letzten Mal getroffen hat und auch die English Corner an der Minderheitenschule fand vergangene Woche das letzte Mal statt (die Abschlussexamen stehen vor der Tuer, was bedeutet, dass nun die Schueler allesamt nahezu keine Zeit mehr fuer andere Sachen als Lernen haben...). Bei der English Corner habe ich meine Schulunioform, die ich mir besorgt hatte, rumgereicht und jeder durfte etwas draufschreiben. Das ist alles etwas eskaliert, aber dieses Kleidungsstueck ist jetzt auf jedfen Fall das einmaligste, chinesischste, welches ich besitzen kann!

Dann kamen an der LiuZhong, wo wir die Theatertruppe hatten, ein paar Schuelerinnen an, die ich noch nie gesehen hatte, umarmten mich herzlichst und gestanden mir, dass sie mich nie vergessen werden. In so welchen Momenten begreift man, glaube ich, erst, was man hier drueben doch erreicht hat...

Das Wochenende war dann auch gepraegt von Abschied: Mit unserer DSA-Truppe gab es einen gemeinsamen Grillabend (wir treffen uns aber am Donnerstagabend fuer das grosse Finale noch einmal!) und am naechsten Tag wollten sich dann noch einmal ganz viele Schueler von lauter unterschiedlichen Schulen mit mir treffen. War vielleicht alles etwas gehetzt und auch spontan, aber auf jeden Fall sehr, sehr schoen!!

Nebenbei schlaegt jetzt auch die Regenzeit so richtig durch, sodass ich am Samstag komplett geduscht wurde, als ich mit dem Fahrrrad unterwegs war und ein sintflutartiger Regen binnen Minuten dei gesamte Stadt unter Wasser gesetzt hat...

01.07.2017, 10.15h:

Tja, während in Deutschland die "Ehe für Alle" bejubelt (oder auch nicht bejubelt) wird, wurde in China gestern mehr oder minder klammheimlich abseits der großen Feierlichkeiten zum 20-jährigen Hong-Kong-Jubiläum (damals wurde aus der britischen Kronkolonie wieder ein Bestandteil Chinas, wenn auch als Sonderverwaltungszone) beschlossen, dass von nun an die Berichterstattung über Homosexuelle in China verboten ist und diese auch als mentale Krankheit angesehen wird, so zumindest wurde es mir von einer etwas aufgebrachten Chinesin erzählt. 

Abgesehen von dieser Demonstration chinesischer Staatsgewalt ist es nun so langsam tatsächlich Zeit, sich von der ersten menschen zu verabschieden: So sind einige ehemalige Schüler sind nach Hause zurkgekehrt und somit war ich gut damit beschäftigt, mich von einigen guten Freunden zu verabschieden...

Für das kommende Semester wird an der Uni jetzt schon einiges vorbereitet. So musste ein großteil der Englischstudentinnen ihr Dormitory räumen und in ein neues am anderen Ende des Campus einziehen. Bei diesem riesen Trubel haben unzhlige Menschen mit angepackt - wir waren leider zu spät dran...

Dann wurden wir am vergangenen Wochenende gleich zwei Mal eingeladen: Einmal waren wir bei unserer einen Chinesischlehrerin und haben dort Jiaozi (die chinesische Ausgabe von Maultaschen) gemacht - die Mutter, die uns fachmännnisch angewiesen hat, ist jedoch eine Art Jiaozi-Göttin und hat uns mehr oder minder fast die gesamte zeit über ausgelacht, weil diese natürlich nicht gerade sehr elegant aussahen. Aber das Rezept haben wir mitgeschrieben, sodasss wir nun bereit sind, auch den interessierten Deutschen ein wenig von der chinesischen Kochkunst näherzubringen (aber ohne Garantie auf Schönheit!!), am Sonntag ging es dann gleich wieder zum Essen, dieses Mal mit ein paar anderen Lehrerinnen...und am Mittwoch haben wir mit ein paar Studenten bei uns gekocht und auch Kekse gebacken...sogesehen dürfte mein Gewicht wieder etwas gewachsen sein (und dabei habe ich mich gerade wenigstens halbwegs schlank gefühlt..wenn das in China so möglich ist..)

22.06.2017, 11.00h:

Gestern morgen, als ich zusammen mit Lea zur Uni gegangen bin, hat sich etwas sehr aussergewoehnliches abgespielt: Die Strasse war gesperrt, mindestens zwanzing grosse Reisebusse parkten vor dem Tor und mehrer4e hunderte Menschen tummelten sich drum herum. Denn die Pu'er University finanziert als einzige Uni Yunnans (wurde uns dann sogleich sehr stolz von unserer Dekanin mitgeteilt) den Graduierten die Rueckfahrt innerhalb Yunnans. So konnten wir dann daran teilhaben, wie sich viele Chinesen zum Teil verheult in den Armen lagen, auch Lehrer sehr aufgeloest dem ganzen zusahen und dann nacheinander die Busse losfuhren - und zusammen mit einigen anderen Mitgliedern des English Departments haben wir allen hinterhergewunken. Eine sehr bewegnede Zeremonie.

Noch bewegender war da wohl nur der vergangene Freitagabend: Der Abend des Gesangswettbewerbs an der Uni, wo wir mit unserem kleinen Chor das Pausenprogramm gestaltet haben. Davor mussten wir aber erstmal an ein E-Piano kommen und der einfachste Weg war es tatsaechlich bei der benachbarten LiuZhong anzufragen. Die verantwortliche Lhererin fuer unsere beiden Freiwilligen dort war sofort Feeuer und Flamme und schaffte nichht nur das Klavier rueber, sondern auch gleich ihre ganze Klasse, die dann mit zuschaute. Dies schaffte eine ganz besondere Atmosphaere: In einem Raum waren nun deutsche Freiwillige, chinesische Studenten, Mittelschulscheler und Lehrer versammelt. Eine einmalige Sache! Auch unser Auftritt war eine unglaublich schoene Kiste, denn tatsaechlich waren alle Chinesen leise und haben gelauscht, wie wir "Vois sur ton Chemin" aus "Die Kinder des Monsieur Matthieu", "Hallelujah" (nach Leonhard Cohen) und "Moege die Strasse" (auch auf Englisch und mit selbstgedichteter chinesischer Version) - das haben wir schon am Abend davor mit zwei Chormitgliedern bei der Abschiedsveranstaltung der Graduierten des Chinesisch-Departments gesungen -  sangen. Ein wunderschoener Abend, wie er in einem Freiwilligendienst im Buche steht!

14.06.2017, 11.15h:

So, der letzte Eintrag ist schon wieder eine ganze Weile her - mein will im Moment nicht so, wie ich, also melde ich mich nun vom Rechner aus dem Office der Uni, deshalb wird dieser Bericht leider ohne die so geliebten Umlaute oder SZs auskommen muessen...

Genau vor einer Woche begann fuer die Abschlusschueler an den Schulen Chinas das, worauf sie eigentlich all die Jahre hingearbeitet hatten: Innerhalb von zwei Tagen wurde das 高考 (Gaokao), sozusagen das chinesische Abitur geschrieben; innerhalb von zwei Tagen standen vier Examen an und auch die Sicherheitskontrollen waren enorm!

Nun sind die Absolventen in ihre Heimatorte zurueckgekehrt, werden aber nochmal am 23. Juni zurueckerwartet, um ihre Noten zu bekommen und sich auf Grundlage dessen eine Uni aussuchen zu koennen.

Ansonsten nimm hier der ganz normale Wahnsinn weiter seinen Lauf. Am Freitag haben wir darueber hinaus mit unserem Chor unsere zweiten grossen Auftritt in der Pause des uniweiten Gesangswettbewerbs - deshalb hatten wir am Sonntag noch einen Probentag eingelegt und sind nun guter Dinge, dass das alles gut ueber die Buehne gehen wird!

05.06.2017, 8.30h:

Nicht nur in Deutschland jagt aktuel ein Feiertag den nächsten - vergangene Woche stand hier zum einen das Drachenbootfst und der internationale Kindertag an!

Am Drachenbootfest wird das Erbe einer der wichtigsten Poeten Chinas, Qu Yuan gefeiert, der sich einst in einem Fluss ertrunken (ob absichtlich oder aus Versehen, da scheiden sich die Geister) sein soll. Damit die Fische seinen Körper nicht aufessen, hat man damals ganz viele Zongzi (das sind pyramidenförmige Reisköße) in den Fluss geworfen. Noch heute werden diese traditiionell zum Drachenbootfest gemacht und gegessen - dabei sorgt dieses Thema weiterhin für großes Streitpotential in der chinesischen Gesellschaft, denn Nordchinesen bevorzugen eher süße und lehnen die südliche, herzhafte Variante mit Fleischfüllung komplett ab, andersherum verhält es sich natürrlich genau so - und so haben wir die unterschiedlichsten Empfehlungen bekommen, was wir denn nun essen sollten, die Anfeindungen waren dabei natürlich auch dabei (gegenüber diesen komischen Südchinesen mit ihrem furchtbaren Fleischfüllungszeugs natürlich!) außerdem haben an diesem Tag (fast!) alle Schüler und Studenten frei, sodass man den gewonnen freien Tag natürlich gut nutzen kann.

Auf jeden Fall habe ich mich auf den Weg durch Pu'er gemacht, um ein paar Zonggzi vielleicht sgar auch süße) zu finden, als ich auf einmal ein paar Schülerinnen, die ich ganz gut kenne, begegnet bin - und bin kurzerhand mit diesen in den Norden Pu'ers gefahren und habe dort mit ihnen den Tag verbracht - das ist auch China! Danach habe ich dann auch endlich Zongzi gefunden! Aber natürlich nur deftige...

 

Das zweite in China groß gefeierte Fest ist der internationale Kindertag am 1. Juni, von dem ich in Deutschland bisher kaum was mitbekommen habe - hier iin China kennt ihn aufjeden Fall jeder und wir hatten beschlossen, an einem indergarten ein bisschen bei den dortigen Ationen mitzuwirken. So sind wir zu einem gegagen, der auch Englischunterricht anbietet und haben dort einen äußerst witzigen Vormittag mit amüsanten Spielchen und viel Spaß verbracht! Die Kinder waren natürlich unheimlich süß und wir wurden danach auch sebstverständlich zum Mittagessen eingeladen.

 

Damit enden aber die Fresskapaden der vergangenen Woche nicht! Denn am Wochenende haben wir erst am Samstag mit den einen Studenten chinesiches Allerlei und am Sonntag mit anderen Hotpot bei uns in der Wohnung gekocht, dann wurde ich am Samstagabend auch noch spontan zum Essen eingeladen, sodass ich jetzt getrost behauptenn kann, dass ich bestimmt noch ein weiteres Kilo auf die Rippen gepackt habe.

(Zu all den Ationen existieren natürlich auch Bilder und es gibt auch ein hübsches Video, was man über www.baumhaus-projekt.de aufrufen kann - ich werde selber auch noch ein paar Bilder einfügen!)

28.05.2017, 10.20h:

Ich hab davon gehört, dass in Deutschland aktuell eine gewaltige Hitzewelle mit über 30 Grad herrschen soll! Ja gut, das haben wir hier aktuell im Zweiwochenrythmus: Eine Woche heiß, eine WOche etwas kühler mit Wolken und auch Regen (wobei "Regen" in Pu'er einem plötzlichen, sintflutartigen Wolkenbruch für vielleicht ein bis zwei Stunden gleichkommt).

Ansonsten steht auch hier das nächste Fest an: Während auf der anderen Seite der Welt am Montag endlich der Pfingst- und Himmelfahrtswahnsinn ein Ende nimmt, haben wir hier am Montag und Dienstag frei, weil dann das Drachenbootfest ansteht! Genaueres aber dann. Auf jeden Fall haben wir schon einige Einladungen, das typische Essen für diesen Tag zu essen (kleine, gefüllte Reispyramiden) und einen schönen Tag zu haben. Eigentlich finden an diesem Tag (wie der deutsche Name impliziert) Drachenbootrennen statt. Uns wurde auf Nachfrage von einigen Studenten erzählt, dass Pu'er für so etwas aber zu arm sei. Naja, aber immerhin das typische Essen gibt's!

Ansonsten haben wir uns mit dem Chor in unserem Megaprojekt "Hallelujah" (nach dem Song von Leonhard Cohen, das wir für unsere Mädels extra arrangiert haben) ein gutes Stück nach vorn bewegt - und sind mal wieder total begeistert!!

20.05.2017, 10.15h:

Die neuen Bilder ziehen ja schon etwas länger ihre Kreise, hier kommt jetzt auch endlich der Text dazu:

Nachdem die letzte Woche sehr regnerisch und kälter war, bricht nun die Sonne wieder durch und es wird heiß! Es war immer gut etwas zu tun, so durften wir bei zweierlei Competitions der Uni in Jury sitzen: Einmal bei einem Artikelpräsentationswettbewerb und einmal bei einer Dramacompetition, wo die verschiedenen Klassen unter anderem Titanic, Romeo und Julia, die Schöne und das Biest und weitere Klassiker ganz eigen neu interpretiert haben. Das war schon eine zumeist unglaublich lustige Sache!!

Dann war natürlich noch der ESC - den ich zusammen mit ein paar Chinesen in unserer Wohnung geschaut habe - wir mussten dafür erstmal die Nacht zum Tage machen - und alle haben auch bis zum Beginn durchgehalten, dann ist jedoch der eine oder andere während der Show weggenickt, aber da Ergebnis haben wir alle dann wieder mitbekommen und waren doch etwas überrascht von dem Sieger!

Was war noch? Achja! Ich habe angefangen, an der Minderheitenschule auch ein wenig zu unterrichten, weil es doch nochmal eine ganz andere Sache, als Uni ist und was soll ich sagen? Der Freitag ist damit zwar voller, aber auch viel schöner geworden!!

Mit dem Chor haben wir jetzt mit "Hallelujah" in einer eigens für sie arrangierten Version (die Katharina und ich erstellt haben) angefangen - und sie schlagen sich ganz gut!!

Und dann war auch noch das letzte Mal Ostern! An der ErZhong (einer Mittelschule ganz im Norden Pu'ers, wo auch zwei Freiwillige sind) wurden nochmal Eier bemahlt, in Säcken gehüpft und so einiges andere Spielchen gespielt. War auch unglaublich toll!

05.05.2017, 10.45h:

...und schon ist ein neuer Monat ins Land gekommen! So vergeht die Zeit! Reicht dann auch mit Rührsehligkeit!

Der erste Mai ist auch in China ein großer Feiertag, an dem Schüler (außer die in den Abschlussklassen natürlich) und Studenten frei haben.

Am Dienstag bin ich spontan mit zum Taekwondo gekommen, das bei uns an der Uni angeboten wird - und habe seitdem Schmerzen in den Oberschenkeln...natürlich waren alle Blicke beim Trittüben auf mich gerichtet und dann muss man den Zuschauern auch etwas bieten, so habe ich mich einfach mal auf den Hosenboden gesetzt und den halben Kurs für drei minuten außer Gefecht vor Lachen gesetzt, so etwas gehört halt auch dazu!!

Außerdem scheinen sich diverse Gruppen Sorgen zu machen, dass wir eventuell nicht genug in China zunehmen könnten und so gab es vorgestern eine spontane Einladung mit sämtlichen Englischlehrern der Uni, gestern ging es dann mit den Lehrern der Minderheitenschule zum Essen (Anlass hier war der Jugendtag, der sogar bei uns an der Uni dafür sorgte, dass eine Fahnenzeremonie mit lauter Musik und Menschenaufläufen abgehlaten wurde!) und heute Abend will uns dann der English Club einladen.

Zum DSA bin ich gestern schon zu spät gekommen, aber für sowas hat man ja zuverlässige Mitfreiwillige und heute ABend zum Chor muss ich dann wohl eilen, aber da habe ich ja auch Katharina.

Außerdem wurde ich vorgestern Abend, als wir Werbung für die Osteraktion an der LiuZhong gegenüber gemacht hatten, von einigen Jungs zum Basketballspielen eingeladen...als ich dann gestern mit denen einigen Spaß in der Mittagshitze von 30 Grad hatte, wurde ich auch gnadenlos abgezogen!

Bilder füge ich neue hinzu, sobald sich ein paar angesammelt habe, aber jetzt wird es schon Zeit für die vorletzte (!!) Bildergalerie...jetzt haben wir nochmal wenigstens eine kleine Portion Rührseligkeit am Schluss!

25.04.2017, 09.15h:

Das Phänomen des Aprilwetters ist in keinster Weise nur auf Europa beschränkt, ich habe sogar das Gefühl, dass es hier drüben noch extremer ist, so habe ich gestern das Haus mit einer Jacke und Regenschirm verlassen und dachte mir zwei Stunden später auf dem Rückweg: "Warum hast du dir keine kurze Hose angezogen?!", naja, heute sieht es ganz sonnig aus, mal sehen, wie lange das noch so bleibt..

Am vergangenen Freitag gerieten wir geradewegs in ein laotisches Essensfest, das die Studenten, die aus Laos kommen, organisiert hatten. Als das Buffet gerade eröffnet werden sollte, öffnete Petrus aber sämtliche Schleusen - und wir warteten eine Stunde auf Besserung, die dann auch unverhofft kam und wir konnten uns doch noch an einer (süßen und zugleich sehr scharfen) Variante der Nudelsuppe und einer Art Wrap mit eher undefinierbarem Inhalt versuchen. Als ich dann gerade noch rechtzeitig beim Chor ankam und wir gerade sehr schön "Möge die Straße" in einer von den Studentinnen selbst angefertigten Übersetzung sangen, füllte sich der Raum auf einmal mit Menschen. Dies lag daran, dass um acht (eigentlich dachte ich, dass wir den Raum bis mindestens neun reserviert hatten) in diesem Raum irgendein Meeting abgehalten werden solte, zu dem die Dekanin des Musikdepartments geladen hatte (mit der wir eigentlich die Raumreservierung ausgemacht hatten..), also mussten wir die Probe abbrechen, bevor wir zur duetschen Version kamen...

À propos Deutsch: Viele Chinesen sind DOCH in der Lage, das "R" zu rollen, auch wenn es etwas weiter hinten im Gaumen liegt und nicht so elegant wie beim Muttersprachler nach einer Stunde Üben klingt, aber im Grundprinzip ist es doch möglich bei einem Großteil! Wir werden das noch ein bisschen in den kommenden Stunden verfeinern, damit wir dann mit den Zahlen durchstarten können.

Höhepunkt des vergangenen Wochenendes dürfte aber doch die Osterralye bei uns an der Uni gewesen sein: Wir hatten zehn lustige Stationen, ein Quiz und noch die eine oder andere Zusatzherausforderung vorbereitet und nachdem wir auch alles (trotz einiger Turbulenzen um nicht aufgeschlossene Räume, die sich dank spontaner Einfälle schnell beheben ließen) aufgebaut hatten, waren wir um Punkt neun bereit, anzufangen und nachdem wir den Chinesen das Prinzip einer Rallye erklärt hatten, stürzten sich auch alle begeistert ins Vergnügen und malten ausgepustete Eier an (die letzten Wochen bestanden für uns daraus, 800 Eier auszupusten und den Inhalt sinnvoll zu verwerten - so sind wohl sämtliche Freiwilligenkühlschranktiefkühlfächer mit Pfannkuchenteig und anderen sehr eihaltigen Spezielitäten überfüllt und die Teilnehmer konnten sich über en Stück sehr eilastigen Kuchen freuen), legten sich beim Sackhüpfen elegant auf die Nase oder schmissen ihr Gummiei asu Versehen vom Löffel aus dem dritten Stock...eine Menge Spaß war garantiert, für Chinesen, wie Laoten und auch für die Deutschen. Nach knapp drei Stunden war der Spuk dann schon wieder vorbei, das Wetter hatte auch mitgespielt und es wurde Zeit, abzubauen und zügig weiterzukommen, denn mittlerweile rollte der Donner schon über den Himmel...

Die neue Woche bricht für mich übrigens immer mit einer neuen English-Corner an der Minderheitenschule von Pu'er an, wo Mr. Xu, unser Gastgeber über das Frühlingsfest Englischlehrer ist. Zur Unterstützung kommen außerdem immer drei Studentinnen von der Uni mit - und es acht einen Heidenspaß. Bisher kommen vor allem die jüngeren Klassen, aber die Älteren kriegen wir auchs chon noch gelockt!

21.04.2017, 10.15h:

So, erst einmal dann auch Frohe Ostern nachträglich, allerseits!! Wir haben immerhin ein bisschen Osterstimmung bei aus Deutschland geschickten Schokoosterleckereien mit einem Burger von "Kentucky Fried Chicken" bei dem wir davor in der ganzen Zeit in Pu'er noch nicht waren) aufkommen lassen - leider hat es da auch geregnet, auch hier gibt es Aprilwetter! Aber Schwamm drüber, mittlerweile scheint wieder die Sonne - wenn mein Schnupfen jetzt noch bis Sonntag ad Acta gelegt werden könnte, wäre das natürlich noch perfekter, denn dann steigt das Osterevent bei uns an der Universität im Stile einer klassischen Osterrallye mit Sackhüpfen, Eierlauf und so weiter!

In den vergangenen Tagen wurden die Planungen abgeschlossen und nun heißt es nervös abwarten und hoffen...

Ansonsten fand in den vergangenen Tagen das, wie uns mehrmals bestätigt wurde, bedeutendste Ereignis Pu'ers statt: das Teefest. Dieses findet alle zwei Jahre statt und Teekonzerne aus ganz China bieten kostenlos Teezeremonien an und man bekommt natürlich auch ordentlich Tee geschenkt! Dieses Teefest ist auch die Erklärung für den Regen, denn laut einiger Aussagen Einheimischer soll es immer während des Teefestes regnen - also schon fast so, wie es sich bei uns im Norden mit der Kieler Woche verhält!

16.04.2017, 10.10h:

Jetzt ist es an der Zeit, euch und Ihnen zum dritten mal ein Frohes Neues zu wünschen! Denn gestern erreichten die Neujahrsfestlichkeiten der Dai (so heißt die thailändische Minderheit in China, die sich aber mittlerweile auch etwas von den Menschen aus Thailand unterscheiden) ihren Höhepunkt. Dieses ist auch unter dem Namen Songkran (in der Daisprache), 泼水节 (poshuijie, auf Chinesisch), oder Wasserfest bekannt und die Bilder aus Thailand werden es mit etwas Glück auch in die westlichen Nachrichten zwischen Erdogan und Kim geschafft haben: Gigantische Menschenmassen, die sich gegenseitig mit Eimern, Wasserpistolen und -bomben so nass wie nur irgendwie möglich machen - und das wollten wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen!

Also bin ich zusammen mit meiner Mitfreiwilligen Maria am frühen Morgen nach Jinghong, der Hauptstadt der autonomen Dai-Provinz Xishuangbanna gefahren, wo wir Lea treffen wollten, die bereits schon da war. Unsere technischen Geräte verstauten wir schon auf der zweistündigen Busfahrt sicher in Plastiktüten, wie auch unsere Wechselwäsche - und das war auch nur richtig so, denn kaum drei Minuten nachdem wir den Busbahnhof verlassen hatten, wurden wir Ausländer von den schwer bewaffneten Jinghongeranern entdeckt und nachdem diese den wohl bedeutsamsten Kriegsruf "Waiguoren!!" (Ausländer) ausgestoßen hatten, gab es kein Halten mehr und nur zwanzig Sekunden später war kein Körperteil mehr trocken - und unsere mitgebrachten Waschschüsseln ohne Wasser darin relativ nutzlos, aber egal, denn es machte höllischen Spaß!! Auch wenn  wir die Sonne vermissen mussten, die verbarg sich hinter Wolken. Trotz allem waren die Temperaturen in der Mitte der 20er, also musste man scih nicht weiter beschweren.

Wir versuchten uns dann weiter zu Lea durchzukämpfen, kamen aber nur relativ langsam voran, da wir als nasse Ausländer die wohl belibteste Beute für die wilden Massen waren - und auch als Opferrolle hatte man kräftig Spaß, denn es kümmerte niemanden, wenn man etwas dreist die Waschschüssel des Gegenübers gen ihn selbst einsetzte und in Jinghong wurde nahezu niemand verschont - außer die Älteren, die offenkundig trocken bleiben wollten und Mütter mit kleinen Kindern, es sei denn, diese mischten selbst fleißig mit!

Nachdem wir uns knapp zwei Stunden lang durch die Menschen "gekämpft" hatten, fanden wir endlich Lea, der es natürlich nicht viel besser ergangen war (Nele war mit anderen Freiwilligen in eine andere Daistadt gefahren) und machten uns gemeinsam auf den Weg zum zentralen Hauptplatz - und was dort abging, lässt sich nur schwierig in Worte fassen: Bestimmt einige tausend Menschen hatten sich hier und auf der Straße davor (die gesperrt war) versammelt und alle zusammen veranstalteten eine gewaltige Wasserschlacht: Aus einem Rohr floss Wasser von oben auf die Menge herab und darunter tümmelten sich ein Haufen wasservernarrter Menschen - und wir brauchten natürlich auch NAchschub., also ging es rein in die Menge - und kaum waren wir entdeckt, bildete sich eine Art "Sphäre" um uns und wir wurden von allen Seiten torpediert! Nach zwei Minuten suchten wir dann das Heil in der Flucht und erreichten den Hauptplatz, auf dem das Wasser bereits schon unterschenkeltief stand und hier stürzten wir uns dann sofort wieder in die Massen - und diese sich auf uns und dieses Mal eskalierte es so weit, dass Maria aufgrund der umherfliegenden Wassermassen kaum noch Luft bekam, wie sie mir kurz darauf erzählte und schließlich acht mit Schlagstöcken bewaffnete, aber auch klitschnasse Polizisten eingriffen, um dei schon fast wahnsinnig gewordenen Chinesen von uns abzubringen - und wir uns von dem Platz retten konnten!

Danach entschieden wir uns zu einem kleineren Platz vor einem Tempel zu gehen, wo Lea schon war und meinte, dass es dort sehr viel schöner zugehen würde - davor stand aber erstmal wieder ein "Spießrutenlauf" durch die halbe Stadt an, der sich natürlich ewig hinzog, weil andauernd irgendjemand "Hello!) brüllte und uns danach mit seinem Wasserwerfer (das beschreibt diese überdimensionalen Wasserpistolen mit wahnsinnigem Druck wohl eher..) eine volle Ladung auf uns abschoss...aber schließlichhatten wir es geschafft und kamen an einem kleinen Platz an, auf dem fröhliche Musik gepsielt wurde und die Atmosphäre eindeutig weniger aufgeheizt war - und so haben wir dort eine Stunde lang spaßig Wasser verschüttet, was übrigens das Unheil des vergangenen Jahres abwaschen und Glück für das neue birngen soll und konnten uns sogar kostenlos neues holen! (an anderen Orten musste man für dreckiges Wasser sogar bezahlen!)

Danach waren wir so alle und fertig, dass wir etwas gegessen und erstmal ein bisschen verschnauft haben. Da bekam ich dann auch endlich mal die Chance, ein paar Fotos zu machen (Lea hat auch welche mit ihrer GoPro zu machen, aber die habe ich noch nicht - liefere ich aber nach!).

Und so schnell verflog die Zeit und wir setzten uns wieder in den Bus, in den Abendstunden war dann das Treiben auch vorbei, denn es wird bekanntlich pünktlich zu Abend gegessen, und kamen furchtbar müde, aber kaputt wieder in Pu'er an und waren sogar etwas gerötet von der Sonne, das Wasser reflektiert bekanntlich auch sehr stark.

In Pu'er gab es in einem Park übrigens auch eine derartige Veranstaltung, aber uns wurde geraten, lieber nach Jinghong zu fahren, denn in Pu'er soll es noch viel stärker eskalieren - und in Jinghong existiert nunmal auch das Flair in der gesamten Stadt.

Es laässt sich also festhalten, dass, wenn man als Tourist um diese Zeit nach Thailand oder in den äußersten Süden Festlandchinas reist, dass man dort die Technik lieber wegpackt und sich auf alles einstellt und es mit Humor nimmt, ich habe übrigens immer noch einen Rest Wasser im rechten Ohr!

13.04.2017, 08.45h:

Die Sonne scheint nicht nur bloß, sie brennt vom Himmel und beschert uns seit nunmehr einer Woche Temperaturen von 30 Grad am Tag - und auch Nachts kühlt es sich nur auf knapp unter 20 Grad ab - immerhin wir Westler können das fleißig genießen, während die Chinesen (vor allem die aus den nördlicheren Teilen Chinas) unter der wahnsinnigen Hitze stöhnen - und das, wo man doch immer hört, dass für die Chinesen das Wetter kein so großes Thema ist, aber dafür gab es ja mittlerweile genug Gegenbeispiele!

Ansonsten waren die letzten Tage unglaublich ereignisreich! Wir starten mit dem Tanzen so langsam richtig durch (bald können wir mit dem langsamen Walzer anfangen!) und auch DSA hat sich eingependelt und löppt, der Chor ist und bleibt aber eine wunderbare Sache - erst recht nach unserem Fachtag am Samstag: Wir hatten uns zum Ziel gesetzt, den Studenten ein bisschen Notenkunde beizubringen, damit sie auch mit Liedern in Chorsatzform etwas anfangen können, bzw. ihre Spur finden und sich eine grobe Vorstellung von hohen, tiefen, langen und kurzen Noten machen zu können und das hat besser geklappt, als wir es jemals erwartet hatten, denn ALLE ohne Ausnahme waren am Ende unglaublich firm im Notenlesen und -bestimmen - und darüber hinaus wurde das Ganze auch nicht zu einer überanstrengenden, langatmigen Geschichte, sondern unsere AKzente, um dem Ganzen etwas mehr Schwung und Spaß zu verleihen haben bestens gefruchtet, nur der eigentlich verhältnismäßig kühle Raum hat sich wahnsinnig aufgeheizt, aber während des geminsamen Mittagessens konnte sich dieser auch wieder ein wenig abkühlen.

Der Sonntag war zuerst als sehr entspannter Tag geplant, dann wurden wir aber spontan von Studenten gefragt, ob wir nicht mit denen ein wenig für einen Wettbewerb üben könnten und dann gab es auch noch allerlei anderen Kleinkram zu organisieren.

Die letzten tage liefen erstaunlich rund und gut, auch wenn es immeretwas gab, so konnte ich mein Ritual, mich am Nachmittag für mindestens eine halbe Stunde zum Dösen auf den Balkon zu legen, ganz gut einhalten. Sowieso bricht der chinesische Lebensstil immer stärker durch: Früh aufstehen, Mittagsschlaf haten, Abends nicht zu spät ins Bett gehen, aber man soll sich ja auch en weinig anpassen!

05.04.2017, 11.15h:

Gestern wollte ich das auch schonmal mit dem erneuten Bloggen versuchen, aber da hat das Internet nich tganz so mitgespielt, aber jetzt geht alles wieder!!

Das Grabreinigungsfest ist nun vorbei - und die Sonne scheint auch wieder, das traditionell-chinesische Modell der Wetterfvorhersage scheint besser zu funktionieren, als unsere Bauernregeln (zumindest in Teilen)! Die Gräber wurden mit buntem Schmuck behängt und sehen nun ganz schön aus! (Gräber findet man zumindest hier in Pu'er nicht auf Friedhöfen, sondern überall in der andschaft, da man sich für einen Toten bemüht, den hübschesten Platz auszusuchen.)

Am verlängerten Wochenende konnte ich mich gleich in zwei Sportarten ausprobieren, die cih bisher wenn überhaupt sporadisch ausgeübt habe:

Zuerst ging es am Sonntag zum Rollschuhlaufen. Dafür gibt es in der Näher der Uni extra eine Bahn und nachdem ich mich zum dritten Mal auf den Hintern gesetzt hatte, lief es dann auch einigermaßen reibungslos. Am Montag sind wir dann spontan Bogenschießen gefahren - hier kamen nicht etwa alte Holzbogen zum Einsatz, sondern die moderne Variante, die Mitte wurde zwar noch nicht erwischt, aber immerhin habe ich schonmal die Scheibe getroffen! Danach ging es, ganz nach spontaner Art der Chinesen noch Essen - aber draußen und zwar selbst grillend! Zwischenzeitig war das Wetter auch ganz schön, man konnte sich sogar im T-Shirt draußen bewegen. Aber dann mussten die Ahnen doch noch einmal ran und ihren Teil der Grabreinigung beenden - und so hat es noch einmal heftig geschüttet und gewittert und wir uns unter einem Pavillon zusammengedrängt. Wegen des starken Windes mussten wir trotzdem die Regenschirme nutzen und konnten damit den Grill abschirmen und munter weiteressen!

02.04.2017, 11.30h:

Ich habe kurz überlegt, gestern noch einen Aprilscherz hochzuladen, dass ich zum Beispiel noch um ein halbes Jahr verlängere, oder so - aber dann habe ich es doch lieber gelassen, immerhin will ich nicht noch mehr Fake News ins Netz bringen...

Man kommt sich mittlerweile so vor, als wäre man im verregneten Norddeutschland und nicht auf der anderen Seite der Welt, in der wahren Stadt des ewigen Frühlings - aber gut, es regnet, niselt und es ist dauerhaft bewölkt. Die Erklärung der Chinesen ist hierfür, dass dies an dem sich nähernden Grabreinigungsfest liegt - und dass die Vorfahren praktisch schon einmal "anfangen", mit Regen die Gräber zu reinigen. Dieses Fest ist am kommenden Dienstag und deswegen ist Monatag (Brückentag) und Dienstag (Feiertag) frei. Jedoch werden in China Brückentage an Schulen und Universitäten (zumindest hier in Pu'er) vor- bzw. nachgeholt, deshalb war gestern der Montagsbetrieb an der Uni (wer jetzt fordert, dies sollte man auch in Deutschland einführe, bedenke, dass dafür Feiertage, die in China auf einen Sonntag fallen, am Montag darauf nachgeholt werden!).

Ansonsten sind die Schüler, die von der LiuYhong aus an dem Theaterprojekt teilnehmen wollen, Feuer und Flamme! Und auch von der Uniseite her ist alles in den Startlöchern, jetzt muss nur noch der Rest vorbereitet werden. Auch das Tanzen ist angelaufen - und der Grundschritt vom Discofox, sowie die Damendrehung läuft schon ganz gut.

Mit dem Chor arbeiten wir weiter an "Vois sur ton Chemin", was natürlich wiedererwartend schwierig ist, aber die Mühe zahlt sich aus! Außerdem wollen wir mit ihnen am kommenden Samstag auch ein bisschen Notenlesen üben, damit sie selbser ein tieferes Gefühl für Musik bekommen und auch mit Notenmaterial umgehen können.

Die wohl größte Neuerung waren aber mit Abstand die Deutschstunden! Vier Klassen mit lauter Studenten voller Tatendrang - und wenn dann nach knapp 60 Minuen ein Chinese, der bisher noch gar keine Ahnung von Deutsch hatte, dich fragt, wie es dir gehe, kommt schon ein gewisser Stolz auf!

27.03.2017, 22.30h:

Über uns ist soeben das erste Gewitter des neuen Jahres hereingebrochen - mit einer komplett unerwarteten Wucht!! Vorher wurde schon die English Corner abgebrochen, weil man das Unwetter schon aufziehen sah, aber mit ein paar Hartgesottenen habe ich noch bis zum Ende weitergemcht - ohne nennenswert nass zu werden!

Heute ist auch endgültig das Zwischenseminar auch für uns Baumhäusler zu Ende gegangen (die Leute von Greenway sind schon vorgestern abgefahren), heute gab es hauptsächlich viel Prominenz und einige sehr spannende Vorträge von einflussreichen Leuten zu hören. Ansonsten war das Seminart eine sehr spannende komplette Abwechslung mit vielen neuen Kontakten, Erfahrungen und Erkenntnissen: Wir haben über China, uns selbst, den Freiwilligendiest, die Gruppe, Projekte und vieles weiteres auf unterschiedlichste Wiese gesprochen, diskutiert und gearbeitet - und dürften nun für den Rest unserer Zeit in China gewappnet sein, außerdem warenw ir noch alle zusammen das Essen der Dai (einer lokalen Minderheit) genißen und den anderen Tag ging es zum Hotpot-Essen, wo man seinen eigenen Topf hatte, anstatt sich einen mit allen anderen zu teilen. Lassen wir uns überraschen, was noch so kommen wird - die Pläne sind immer noch groß!

Morgen haben wir dann Chinesisch und ich darf danach unterrichten - hoffentlich mit weniger Regenguss, ansonsten dürfte der Weg zur Uni etwas ungemütlich werden. Darüber hinaus stellen wir morgen das Theaterprojekt, das in Kooperation mit der LiuZhong passieren soll, an der Schule vor, das dürfte auch eine sehr spannende Sache werden..

19.03.2017, 21.15h:

Also, SOO leicht wird DSA dann doch nicht dem Chor Platz eins in den Wochenhighlights abringen, denn Freitag war mal wieder eine unglaublich tolle Sache, nächste Woche wagen wir uns dann ins Französische - also noch einmal ein ganz neues Abenteuer für sich...

Außerdem habe ich die Deutschklassen ganz chinesisch über die sozialen Medien organisiert: Eine Studenten hat in einigen Gruppen bei QQ (ein Pendant zu Whatsapp, aber auch in Teilen zu Facebook) Werbung für den Deutschu terricht gemacht - und schon stand mein Handy seit Samstagmorgen nicht mehr still - nachdme ich nun zwei Tage lang so viel mit meinem Smartphone geabreitet habe, wie nie zuvor, sind noch fünf von 100 Plätzen unbelegt - und meine Freundschaftsliste um gefühlt die halbe Uni erweitert (denn Einige fügen den Deutschen auch nur hinzu, um ihn kenennzulernen...so sind sie, die Chinesen!).

Morgen geht dann auch nicht der "normale" Unterricht weiter, sondern für mindestens eine Woche dürfte Ausnahmezustand der besonderen Art herrschen: Das Zwischenseminar steht an! Und nicht nur die Baumhaus-Freiwilligen, sondern auch noch Freiwillige von zwei weiteren Entsendeorganisationen werden dran teilnehmen, also verspricht das mal wieder ein volles Haus und viele neue Begegnungen und Bekanntschaften - lassen wir uns überraschen!

16.03.2017, 23.20h:

Ein Tag wie heute ist irgendwie sehr typisch für einen Freiwilligendienst, auch wenn man ihn nicht andauernd braucht, aber lieber so welche, als langweilige - aber erst einmal von vorne:

Bis zum Mittagessen war noch alles bestens: Chinesischunterricht war gut, das Essen lecker, dann hatten wir auch endlich mal eine Klopferbrigade (das ist die chinesische Methode, Straßen von den Markierungen zu befreien: Man setzt ca. 50 Menschen mit kleinen Beilchen auf die Straße, die dann die Markierungen einfach abhacken) aus der Nähe betrachten und der Tag versprach noch viele Überraschungen bereitzuhalten: Die ersten Deutschstunden, auf die ich mich seit über einer Woche freue und arkribisch vorbereitet hatte, sollten heute starten, außerdem war der große DSA-Tag erreicht: Maria und ich sollten uns das erste Mal (nachdem sich die Vorbereitungen über ein en Monat lang hingezogen hatten) als Spielleiter und eine Hand voll mutiger Chinesen und Chinesinnen als Helden, die vorher noch nie mit der Welt des schwarzen Auges Kontakt hatten, beweisen!

Hochmotiviert radelte ich also zur Uni - um dort festzustellen, dass in keinem Klassenraum deutschbegierige Studenten auf mich warten, sondern nur ein paar, die auf die Englischlehrerin warteten. Etwas verwirrt, aber doch schon von bösen Vorahnungen eingeholt habe ich der Dekanin geschrieben, diese meinte nämlich zu mir, dass sie sich um die Studenten kümmert und ich nur die Anzahl und den Zeitpunkt der Studenten ihr mitteilen solle. Gut, das war ein Irrtum, ich hätte mich auch um die Studenten kümmern sollen, aber soetwas hat man ja nicht zum ersten Mal erlebt - die Frustration hat aber trotzdem zum Verdrücken einer halben aus Deutschland importierten Schokolade geführt. Dafür fühlte man sich danach schon ein wenig, wie auf Drogen...

Dafür sollte aber DSA zu einem wahren Gaumenschmaus werden!  Nicht nur, dass ich durch Zufall sehr gemütliche Räume im fünften Stock unseres Unterrichtsgebäudes gefunden habe, nein, auch die Studenten waren alle äußerst deutsch pünktlich und wir konnten zügog anfangen - und schon schnell stand fest, dass sich DSA zum neuen Konkurrenten vom Chor in puncto "Highlight der Woche" entwickeln könnte! Denn die Studenten geben sich größte Mühe und hatten mindestens so viel Spaß wie MAria und ich (sie war mit ihrer Gruppe auch sehr zufrieden) und wir konnten uns nach knapp zwei Stunden in der Wildnis und und um unser selbstkreirten Dorf "Arnborgh's Glade" (vielleicht nicht der typischste Name für ein andergastisches Dorf, aber den Studenten hat es schon genug Exotik bereitet) sicher sein, dass jeder Beteiligte ungeheuren Spass hatte und an den Aufgaben unheimlich wachsen wird - und wir freuen uns schon sehr darauf, in zwei Wochen dorthin zurückzukehren!

12.03.2017, 21.15h:

Es regnet! Das löst bei den wettertechnisch eigentlich unanatastbaren Chinesen jedoch schon beinahe Jubelstürme aus, bedingt dadurch, dass es noch früher Frühling ist - und Regen um diese Jahreszeit ist ein Glückssymbol in China - also hab ich mich einfach auch mal gefreut, auch wenn mein frisch gebügeltes Hemd jetzt etwas nass ist - aber naja, mei ban fa (da kann man halt nix machen)!

Der Rest von Zhenyuan war noch schön - und der Abschied fiel einem sogar etwas schwer, aber als wir dann am nächsten Abend Chor hatten, wurde die Trauer auch gleich wieder weggewischt, denn die Mädels stürzten sich mit voller Eifer in unsere neuen Vorhaben, wie den Cupsong, außerdem haben wir noch so manch anderen großen Plan!

Das Wochenende war dann von Arbeit geprägt, immerhin lagen immer noch einige unerledigten Sachen herum und es findet sich auch immer noch etwas Neues, was noch getan werden darf, zwischendurch blieb dann aber noch etwas Zeit, zu einer English-Corner in einem Café zu gehen und die Planungen für eine weitere an einer (von Freiwlligen unbesetzten) Mittelschule aufzunehmen. Die neue Woche verheißt auch viele Neuigkeiten, denn Donnerstags und Freitags stehen die ersten Deutschstunden an - und auch bei DSA wird richtig durchgestartet mit unserem ersten Abendteuer - endlich!!

08.03.2017, 21.00h:

Frohen Frauentag allerseits erstmal! Hier in China ist das tatsächlich eine groß gefeierte Angelegenheit, aber dazu später mehr - eigentlich hatte ich schon einen ersten Eintrag über Zhenyuan fertig abgefasst - aber anscheinend wurde er nicht hochgeladen, versuchen wir es also nochmal:

Ich lebe hier direkt auf dem Schulgelände, höre deshalb jedes Mal die muntere Schulklingel (hier in China handelt es sich dabei meistens um kleine, muntere Musikstückchen und nicht um unser westliches Gerassel) und auch morgens die Weckmusik um halb sieben, aber da ich morgen auch nochmal zur ersten Stunde unterrichten darf, macht das überhaupt nix!

Mit den Lehrern war ich gestern Abend schon Essen und auch heute gab es anlässlich des Frauentages wieder ein gemeinsames Essen, an dem Nele (ja, die eine Freiwillige hier heißt auch so) und ich teilgenommen haben (so viel also zu meinem Fastenvorhaben), danach ging es auch gleich noch weiter mit munteren Spielchen (wie Darts, Sackhüpfen oder Fragen zum Frauentag beantworten), bei denen man auch ordentlich abräumen konnte: Dabei gab es nicht kleine Leckereien, sondern Taschentücher, Servietten und auch Kernseife zu gewinnen,a lso nur lauter praktische Kleinigkeiten, die immer mal wieder von Nutzen sein können!

Morgen geht es dann auch schon wieder zurück in die Heimat, vorher will aber noch ein wenig unterrichtet werden, bevor morgen Abend dann auch DSA in Pu'er ansteht!

Mit der neuen Galerie gibt es natürlich Eindrücke aus Zhenyuan.

01.03.2017, 19.40h:

Heute ist es auf den Tag genau sechs Monate her, dass wir aufgebrochen sind!

Der perfekte Anlass, um die Litanei von "die Zeit ist soo schnell vergangen" und "bald get es schon wieder nach Hause" - um nicht das "Bergfest" zu vergessen - anzustimmen! Naja, die Nummer ist jedem altbekannt...

Heute ist darüber auch noch Aschermittwoch, dementsprechend beginnt die Fastenzeit heute! Aber in China auf eine Speise wie Fleisch für eine Zeit zu verzichten, wäre etwas wahnsinnig, erst Recht, wenn man so etwas Chinesen erklären muss - und einige Vegetarier kriegen immer noch Fleisch angeboten.

Ich habe mir also überlegt, das Intervallfasten ein wenig auszuprobieren, also einen Tag nix essen, den anderen Tag ganz normal - das kann man auch flexibel aussetzen lassen, wenn dann doch eine Einladung kommt.

Aber keine Panik, ich werde nicht jeden Tag nun linksökologische Kommentare zu meinem Verzicht schreiben, immerhin ist dies kein Fastentagebuch.

Was gibt's noch? Die Planungen schreiten weiter voran - und tatsächlich ist auch schon Vorfreude auf meine Visite in Zhenyuan da!

28.02.2017, 20.15h:

Wer glaubt, man könne gemütlich in Pu'er ankommen und erstmal für ein paar Tage entspannen, der hat eindeutig nicht allzu viel über China begriffen: In der letzten Woche gab es genug an Einladungen, Ausflügen oder Planungen. Immerhin will das neue Halbjahr auch einigermaßen vorbereitet werden, immerhin darf Deutsch und Englisch unterrichtet werden, außerdem habe ich spontan zugesagt, für drei, vier Tage den Unterricht einer Mitfreiwilligen in Zhenyuan zu übernehmen, also darf ich auch nochmal in den Schulalltag eintauchen.

Des Weiteren müssen auch die Projekte vorbereitet werden: Chor und DSA solllen weitergeführt und Standardtänze und Theater hinzukommen. Wir sind alkso gut eingespannt und das wird sich auch die nächsten Tage nicht ändern.

Außerdem fängt morgen die Schule an der LiuZhong morgen wieder an, heute wurden alle Schüler zurückgebracht - und dioe Autos haben bis in die vierte Reihe geparkt. Die Läden machen auch alle wieder auf, was uns auch aus unserem Kochtrott raus- und verstärkt wieder in die reinchinesische Küche reinbringt!

21.02.2017, 11.00h:

SO, wir sind wieder zu Hause, haben uns auch ein wenig wieder an die Wärme und den hohen Sauerstoffgehalt gewöhnt - und jetzt wird's dann auch Zeit, Fotos einzufügen und alles etwas auszuklamüsern - hier kommt sie nun also, ....

Die Nordtour

30.01.-02.02.: Das Heimatdörfchen und Zhenyuan

Gemeinsam mit Mr. Xu und seinem Sohn sind wir am 30.01. in sein Heimatdorf gefahren, dabei haben wir in Zheyuan (in ungefähr zwei bis drei Fahrtstunden nördlich von Pu'er) bei seinem Bruder Mittagspause gemacht. Von dort haben wir dann noch die Mutter und den Sohn des Bruders mitgenommen. So ging es dann nochmal ein bis zwei Stunden zuerst über eine sehr holprige Straße (die gerade saniert wird, aber in der Frühlingsfestzeit ruhten natürlich sämtliche Arbeiten) in das Heimatdorf, das sich an einen Hang schmiegte mit herrlichem Ausblick! Natürlich war dort auch ein Großteil der Familie versammelt. Nebeneinander gehörten ihnen vier Häuser und mal wurde in dem einen Vorhof, mal in dem anderen gegessen. Am nächsten Tag sind wir dann allein auf den Berg hinter dem Haus gewandert, was eigentlich kein Problem hätte sein sollen, da es nach Angabe unseres Gastgebers nur einen Weg geben sollte. Bald standen wir jedoch an einer Weggabelung und hatten die Auswahl zwischen drei verschiedenen Pfaden - wir haben uns für den entschieden, der sich kurz darauf als ein "Weg des Wassers" vom Berg hinab herausstellte - aber was soll's, ging ja bergauf! Irgendwann standen wir dann auf einmal in einem Teefeld und da die Mittagsessenszeit nahte, machten wir uns an den ABstieg, aber natürlich wollte man den richtigen Weg finden! Das gelang uns aber nicht wirklich, stattdessen verwandelte sich der Weg in einen Winzpfad entlang des Berghanges - aber irgendwie schafften wir es, mit zweistündiger Verspätung zurück in das kleine Dörfchen und freuten uns über ein (natürlich!) sehr reichhaltiges Mttagessen. Am Nachmittag sind wir dann noch zu einem sehr schönen Wasserfall gefahren und vor allem die Jüngeren hatten mächtig Spaß! Dann war es auch schon wieder am nächsten Tag Zeit, zurückzufahren, vorher haben wir drei uns aber noch früh aus dem Bett gequält, um einen atemberaubenden Sonnenaufgang zu bestaunen! Nach dem Mttagessen ging es dann wieder zurück nach Zhenyuan, wo wir uns total spontan und überraschend mit den beiden Freiwilligen, die dort stationiert sind (aber über das Frühlingsfest nicht da waren), getroffen haben!

02.02.-07.02.: Dali

Unsere Mitfreiwilligen hatten uns schon vorgewarnt, dass die Busfahrt nach Dali von Zhenyuan aus kein Zuckerschlecken sein wird - und wirklich gemütlich war sie auch nicht: Wir verbrachten acht Stunden in einem winzigen Bus mit relativ harten Sitzen auf winzigen, mal auch ziemlich rumpeligen Straßen zu, konnten dafür aber wunderschön beobachten, wie sich die Landschaft langsam, aber dochs tetig veränderte: Hier in Dali sind die Berge nicht mehr so sanft, die Spitzen sind zerklüfteter, eher wie in den Alpen und es liegt auch Schnee auf den höchsten Spitzen! Aber hier im Tal ist es nicht gerade so kalt, wie wir es erwartet hätten: Tagsüber wurde auch hier immer noch die 20-Grad-Marke geknackt!

Am ersten Abend waren wir natürlich total fertig, nichtsdestotrotz haben wir die Gelegenheit genutzt, uns mit einer weiteren Mitfreiwilligen zu treffen, die gerade mit ihrer Tante in Dali ist und am nächsten Tag weiterreisen wollte. Wir haben uns dann erstmal ganz in Ruhe die wunderschöne Altstadt angeschaut, die natürlich zum Ende des Frühlingsfestes voller Touristen war. Dann waren wir auch noch an der wohl berühmtesten Sehenswürdigkeit Dalis, wenn nicht sogar Yunnans (es war zumindest der einzige Ort, von dem ich vor dem Beschäftigen mit Yunnan schon mal gehört hatte): den drei Pagoden. Als wir übrigens in unser Hostel kamen, erlitten wir alle drei wohl eine sehr komische Art von Kulturschock: Überall rannten westliche Menschen rum, man konnte sich westliches Essen für horrende Preise (nach unserem Empfinden) bestellen - und wir hatten sogar ein westliches Klo! Wer weiß, was uns schwant, wenn wir wieder in Deutschland sind...

Am nächsten Tag sind wir nach Xiaguan, einer großen Stadt am Südende des Erhai, des Sees, an dem Dali liegt, gefahren. Dort gibt es eigentlich nichts wirklich besonderes, es ist schlicht und einfach eine chinesische Stadt, jedoch ist dort das Essen verhältnismäßig günstig - und man kann von dort aus Bootstouren über den Erhai machen, was wir dann acuh getan haben, inklusive eines Zwischenstopps auf einer kleinen Insel. Am 05.02. sind wir dann in dem Cang-Shan, das Gebirge westlich von Dali wandern gegangen und sind fast 3000 Stufen gestiegen und über 12 Kilometer gelaufen und hatten fantastische Aussichten über das gesamte Umland und in tiefe Felsspalten und kamen an einigen sehr schönen Templen vorbei und an vielen Stellen hatte man schon fast das Gefühl, man wäre hier komplett allein! (die Chinesen setzen sich auch lieber in eine der vielen Lifte). Gestern ging es dann noch in ein kleines Dorf, wo jeden Montag ein großer Markt stattfindet, dort waren wir nicht nur die einzigen Langnasen, sondern wohl auch die einzigen Touristen überhaupt, denn die Preise waren gut und wir konnten uns ordentlich mit Obst für unsere allererste Bahnfahrt eindecken.

07.02.-10.02.: Lijiang

Unsere allererste Bahnfahrt haben wir mit Bravour gemeistert, aber es ist schon etwas ganz anderes, als in Deutschland: Man wird hier wie am Flughafen durchleuchtet und darf danach erst zu den Gleisen, wir haben unsere Fahrt dann auf sogenannten Hardsleepern verbracht: Wir saßen auf den untersten Betten, über uns waren noch zwei mehr - so kann man auch durch ganz China reisen. Der unglaubliche Vorteil daran ist natürlich, dass amn unglaublich viele Chinesisen kennenlernt, so haben wir eine Familie aus dem Norden Chinas getroffen (und haben dabei auch mal versucht, mit Menschen, die selber Hochchinesisch beherrschen, zu kommunizieren!), nach knapp zwei Stunden waren wir dann am Bahnhof von Lijiang und sind dann mit einem Bus zu unserem Hostel gefahren und den letzten Kilometer gelaufen, wobei man schon gemerkt hat, dass man sich auf einer anderen Höhe (ca. 2600 Meter) befand. Unsere Unterkunft war das, was man sich unter einem chinesischen Hostel vorstellt: Ein sich kümmernder Gastgeber, ultragemütlich wirkende Zimmer und wir hatten auch hier Heizdecken (nachts waren wir dem Gefrierpunkt auch schon sehr nahe!).

Am ersten Tag in Lijiang sind wir dann über einen Berg rüber kostenlos zum schwarzen Drachenteich gelandet, wo sich das Jadedrachenschneegebirge (die Chinesen haben es wirklich mit den Drachen! zumindest in Lijiang..) drin gespiegelt hat. Dieses ist schon über 4000 Meter hoch und wirkte sehr atemberaubend. In dem Nachbarörtchen Baisha haben wir dann ein wenig das Flair der alten Häuser genossen (in der Gegend ist die Minderheit der Naxi (gespr.: Nachi) beheimatet) und unseren ersten Butertee getrunken, der gar nich mal so schlecht schmeckt! Außerdem habne wir einen Japaner getroffen, der in der Inneren Mongolei Chinesisch studiert - und mangels Englischkenntnisse seiner Seite haben wir uns auf Chinesisch unterhalten.

Am nächsten Tag haben wir uns die Altstadt angesehen, für die man erstmal 80 Yuan Eintritt bezahlen musste! Naja, Lijiang ist sehr touristisch...dafür hat unser Wirt Tom für uns die Tigersprungschlucht durchorganisiert!

10.02.-11.02.: Tigersprungschlucht

Das war schon sehr eindrucksvoll! Am morgen sind wir ganz früh aufgestanden und erstmal mit dem Bus eineinhalb Stunden in eine kleine Stadt gefahren, von wo aus dann die Wanderung begann: Über winzige Pfade ging es entlang der Riesenschlucht, wo irgendwo unter uns der Fluss fließt, der später mal der Jangtze werden wird und nach sechs Stunden kamen wir an unserer Übernachtungsstelle an, wo wir uns einem bunten Haufen aus Australiern (die wir schon in Lijiang kennengelernt hatten), Briten in den Flitterwochen und auch einem Deutschen für den Abend angeschlossen hatten. Von unserem Zimmer aus hatten wir einen herrlichen Blick auf das Gebirge (die Rückseite des Jadedrachenschneegebirges), das auf der anderen Seite der Schlucht lag. 

Am nächsten Morgen ging es dann auch schon früh weiter auf die letzte Etappe - und schon anch zwei Stunden erreichten wir unsere Endstation, von hier aus machten wir uns aber noch auf den Abstieg runter zum Fluss und dort konnte man sich auch vorstellen, dass ein Tiger über die enge Schlucht rüberspringen kann. Hier stürzten sich gigantische Wassermassen tosend über die Steine - der Anblick war atemberaubend! Aber dann wurde es schon Zeit, wieder hinaufzusteigen und den Bus nach Shangri-La zu nehmen. Unser Gepäck wurde übrigens mit dem Bus bis zum Ende der Tigersprungschlucht transportiert, sodass wir nur das mit uns rumgeschleppt hatten, was wir auch brauchten.

11.02.-14.02.: Shangri-La

Jetzt haben wir nicht nur die 3000-Meter-Marke, sondern auch den Gefrierpunkt geknackt: In der Nacht wird es in Shangri-La, das übrigens diesen legendären Namen nur aus touristischen Zwecken trägt, gerne mal -9° Celsius kalt - und für uns sonnenverwöhnte Pu'erianer ist das schon mehr als nur eisig!

Ansonsten haben wir sofort festgstellt, dass auch der Rest der Stadt in eine Art Winterschlaf verfallen ist: In der Altstadt gibt es kaum geöffnete Läden, man sieht kaum Touristen (was auch do

urchaus seine Vorteile hat!) und auch die Einheimischen scheinen am liebsten in ihren Häusern zu bleiben, dafür haben wir den Deutschen aus der Tigersprungschlucht auch hier als Reisegefährten und so haben wir am 12.02. zusammen noch einen Tempel auf einem Berg besucht und von dort über die Stadt geguckt und wir waren natürlich auch bei der größten Gebetsmühle der Welt. 

Am Tag darauf waren wir dann noch am Sumden-Gamtseling, einem Kloster, das schon fast an Lhasa erinnert (Shangri-La liegt schon im Einflussbereich Tibets und es leben auch sehr viele Angehörige der tibetischen Minderheit hier), welches auch ziemlich eindrucksvoll war, da man auch Mönche (es soll über 600 dort geben) und Gläubige gesehen hat, die ihre Rituale vollzogen haben. 

14.02.-19.02.: Deqin

Wir sin ddavon ausgegangen, dass die Fahrt von Shangri-La nach Deqin nochmal holpriger wird,a ls alles,was wir bisher hatten, immerhin endet mit Shangri-La der aufbereitete Touri-Norden, danach wird es trist und grau - wir haben aber auf die wunderschönen Berge des Meili Xueshan (gespr.: Mäili Chueschan) (einem Schneegebirge direkt an der Grenze zu Tibet mit dem höchsten Berg Yunnans, dem Kawa Karpo mit knapp 6700 Metern) gesetzt. Die Straße erwies sich aber als äußerst angenehm, mit Tunneln und Brücken, sie kann noch nicht so alt sein - und auch der Bus war neuer und so waren wir nach knapp vier Stunden schon am Feilai-Tempel, der genau gegenüber des Meili Xueshan liegt, dazwischen fließt ein alter Bekannter: Der Lancang! Hier haben wir uns dann ein Hostel gesucht, in dem wir für eine NAcht bleiben wollten und auch ein sehr schönes, im tibetischen Baustil gehaltenes gefunden (spätestens hier ist der tibetische Einfluss überall zu sehen und zu spüren), dort haben wir dann auch gleich ein paar Chinesen beim Bilardspiel kenengelernt, die am näüchsten Tag nach Yubeng (gespr.: Jübeng) wandern wollten, um dort für ein paar Tage zu bleiben. Wir hatten aber erstmal nur eine Wanderung auf einen tiefergelegenen Gletscher vor, die Tigersprungschlucht war schon ganz genug. Wir haben dort auch eine Schweizerin getroffen, die Chinesisch studiert und auf Reisen war - so konnten wir auch gleich noch unser Schweizerdeutsch aufpolieren!

Am nöchsten Morgen sind wir aber erstmal früh aufgestanden, um den Sonnenaufgang zu bestaunen, der das Meili Xuedshan in ein rotes Feuer verwandeln soll - wären keine Wolken dagewesen...naja, weiter ging es mit einem Minibus und unseren neuen chineischen Freunden in das Dorf Xidang.Von dort wollten wir dann wandern, jedoch erfuhren wir vor Ort, dass unser Hostel, in das wir eigentlich wollten, mittlöerweile gar nicht mehr existiert. Spontan entschlossen sind wir also doch nach Yubang mitgewandert, den Großteil unserer Sachen hat der Minibusfahrer in Gewahrsam genommen. Nach einem 6-Stunden-Marsch, den größten Teil steil bergauf (dabei waren wir auf 3600 Metern Höhe!) und zwischenzeitig wunderschöne Aussicht auf einen der wohl schönsten Gipfel der Welt erreichten wir mit einer ganzen chinesischen Wanderschar (unter denen auch ein ehemaliger Baumhaus-Freiwilliger war!) unsere Bleibe, wo wir mit den Chinesen zusammen unsere erste richtige Mahlzeit des Tages einnahmen (eiugentlich wollten wir im Tal frühstücken...).

Am nächsten Tag ging es dann in der chinesisch-deutschen Schar zu einem auf 3900 Metern Höhe gelegenen Eissee, auch eine gute Chance, mal mit den Chinesen ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte aufzubauen! Dabei musste man aber auch immer wieder vorsichtig sein, denn zwischendurch wurde der Weg sehr steil und war zum Teil vereist und wir waren mit unseren Wanderschuhen und im Wald gefundenen Wanderstöcken noch gut ausgerüstet, einige hatten Sneakers an!

Wenn man einmal auf 3900 Metern Höhe war, dann kann man Bergsteiger verstehen: Da oben ist alles irgendwie anders: es ist unglaublich ruhig (wenn sich Chinesen nicht gerade in ihrer normalen Überlautstärke unterhalten) und die LAndschaft ist auf ihre ganz eigene Art wunderschön: Über einem türmen sich die Gletscher auf - und man kann bis weit in die Ferne über Hochwiesen blicken, die noch einen Eindruck von Ursprünglichkeit vermitteln.

An diesem Abend gab es dann ein lokales Huhn zu essen, was man sich auch redlich verdient hatte! Danach haben wir dann noch Karten gespielt und es wurde Zeit, ins Bett zu gehen: Am nächsten Tag wollten wir zurückwandern, um nach Deqin zu fahren!

Nach einem herzlichen Abschied und dem Beteuern, sich wiedezusehen (die anderen wollten noch einen Tag länger bleiben), haben wir uns dann auf den Rückweg gemacht und sind den steilen Weg, wie beim Skifahren in Serpentinen runtergekurvt. Das ging zügiger als erwartet und so konnten wir dann in Deqin noch gemütlich die Bustickets für die Fahrt nach Kunming kaufen, bevor wir uns dann für die letzte Nacht in einem Hotel einquartiert haben - für jeden hat es aber im Endeffekt so viel gekostet, wie ein Hostel, weil wir uns ein Zimmer zu dritt geteilt haben.

Bevor wir dann 17 Stunden im Bus lagen, haben wir noch Yakfleisch probiert - und dann ging es auch schon los: Lea und ich lagen ganz hinten, wo fünf Personen nebeneinander schlafen, neben uns noch drei chinesische Herren, aber das Geschnarche hielt sich in Grenzen und so kamen wir am nächsten Morgen in kunming an, wo wir dann noch die Stadt durchqueren und die (schon fast harmlose) 6-Stunden-Fahrt nach Pu'er unternehmen mussten. So kamen wir dann am 19. am frühen Abend geschafft, aber überglücklich und mit tausenden eneuen Eindrücken wieder in unserer Wohnung an!

29.01.2017, 11.11h:

Das Jahr des Hahns ist nun offiziell angebrochen - und wir haben es auch gebührend chinesisch gefeiert (und werden es auch noch weiterhin feiern!): Am 27.01., also dem letzten Tag im alten Jahr sind wir zusammen mit unserem Frühlingsfestgastgeber einkaufen gefahren - um dort auf den Einkaufhorror schlechthin zu treffen! Gefühlt wollte jeder CHinese, der in Pu'er lebt, noch schnell ein bisschen Gemüse oder Fleisch oder dergleichen einkaufen und dementsprechend waren sämtliche Gänge des Supermarktes gerammelt voll!

Nachdem wir das überlebt hatten, wurden Jiaozi gemacht, wie schon angekündigt. Hierbei hat nun jeder Chinese eine andere Taktik und man erkannte sofort, welche von uns gemacht wurden und welche von den Chinesen. Damit wurde dann auch der Fressmarathon endgültig eröffnet: Es gab dann Jiaozi, am Abend sollte es dann ein riesiges Mahl geben und in der Nacht haben wir dann geggrillt. Davor wurde noch das Auto gewaschen man will nämlich möglichst aufgeräumt und sauber in das neue Jahr starten) und wir haben die Chance genutzt, unsere Fahrräder endlich mal von dem gröbsten Dreck zu befreien. Währenddessen konnte man auch schon langsam erahnen, was da an Feuerwerk auf uns zukommen sollte: Die ersten fingen schon am NAchmittag an zu knallen und dies steigerte sich, bis um Mitter nacht dann der Höhepunkt erreicht wurde und da es in China auch kaum Gesetze zum Feuerwerk gibt, wird alles Mögliche, meist mit einem unglaublichen Lärm in die Luft gepustet, darunter natürlich auch die bekannten Böllerketten, die noch viel lauter sind, als man sich das vielleicht vorstellen mag! Wir haben natürlich auch mitgemacht und als wir im neuen Jahr nach Hause gefahren sind, lag über der ganzen Stadt ein Nebel aus Rauch.

Mit den Feuerwerken war da natürlich noch nicht Schluss, gestern und auch noch heute wird bereits fleißig weitergeknallt, wir haben aber den gestrigen Tag wieder mit Mr. Xu und Familie verbracht und waren auf dem zentralen Platz von Pu'er, wo es eine Show  it Drachentanz und Spielchen gab, bei denen man am Ende kleine Gaben (wir haben einen kleinen Sack Waschpulver abgeräumt!) gewinnen konnte, finanziert von der Regierung.

Heute können wir dann erstmal ein wenig runterkommen und - packen! Denn wir fahren morgen bereits in den Heimatort von unserem Gastgeber, um dort noch zwei Tage zu verbringen und starten von dort aus dann direkt in unsere Urlaubsreise: nach Dali, Lijiang, Shangri-La!

Dmeentsprechend werde ich wohl erst nach unserer Wiederkehr (wahrscheinlich am 15.02.) etwas berichten können, dafür dann aber gaanz viel von unserer Fahrt in den  Norden Yunnans!

Bis dahin gibt es hier ein paar Bilder vom Frühlingsfest in einer Extragalerie:

26.01.2017, 22.50h:

Wenn man es bisher noch nicht hier drüben gespürt hat, dann ist spätestens jetzt auch dem letzten Ausländer in China klar, dass etwas Großes bevorsteht: Das Frühlingsfest - morgen ist es soweit!

Mittlerweile sind fast alle normalen Läden geschlossen, nur noch an den Märkten und den Supermärkten herrscht sehr reges Treiben (welches sich ohne Probleme mit dem deutschen Vorweihnachtshorror vergleichen lässt, aber Chinesen sind natürlich dabei nicht so panisch oder aufgebracht, klappt eh auch so!) - und natürlich an den mehr als zahlreichen Ständen, die für das Frühlingsfest typische Attribute, wie natürlich Feuerwerk in jeden erdenklichen Formen (von nach deutschem Recht gerade so legal bis zu höchst illegal), Glücksbringer oder Bilder verkaufen, natürlich alles in rot (der Glücksfarbe) und häufig mit einem Hahn darauf, denn das Jahr des Hahnes steht kurz vor dem Beginn. Natürlich knallt es jetzt schon überall und es vergeht kein Tag mehr, ohne den sich nnicht der angenehme Geruch der losgelassenen Feuerwerke über Pu'er legt.

Wir waren natürlich das eine oder andere Mal Schwein essen - und vor zwei Tagen ist es dann endlich passiert: Wir durften Hund essen!!

Für zwei Tage sind wir mit dem Lehrer, bei dem wir auch ab morgen früh sein werden, spontan aufs Land gefahren (dass dieser Trip länger als einen Tag gehen sollte, haben wir im Auto erfahren), wo wir dann imit einer befreundeten Familie geangelt und ganz viel gegessen haben. Außerdem ist es Tradition dort auch einige Zutaten für das Festessen einzukaufen, dementsprechend voll war es auch in diesem kleinen Örtchen und Chinesen machen auch immer einen gewissen Lärm, aber an sowas hat man sich natprliuch mittlerweile auch gewöhnt.

Morgen werden wir also traditionell-chinesisch Jiaozi (mit Fleisch gefüllte Teigtaschen) ztusammen mit der Familie von Mr. Xu, dem Lehrer, der uns zu sich eingeladen hat, machen und essen, essen, essen, Feuerwerk amchen - und natürlich essen!!

22.01.2017, 15.15h:

Man mag es kaum glauben, aber trotz der angebrochenen Ferien - und damit nahezu völliger Abwesenheit fast aller Studenten sind wir jeden Tag gut beschäftigt: Wir werden fast jeden Abend zum sogenannten "shazhufan" (gesprochen: "schadschufan") eingeladen, einer Tradition, die es so nur in Yunnan gibt: Man versammelt sich abends bei einer Familie in ländlichen Gegenden, um dort Gerichte (~"fan") aus Schwein ("zhu") zu essen, das erst am Morgen von der Familie geschlachtet ("zhu"), nachdem es ein Jahr lang aufgezogen wurde. Und da es in der Umgebung von Pu'er genug Familien gibt, die ein Shazhufan veranstalten, ist man auch gut beschäftigt. Deshalb ernähren wir uns seit knapp einer Woche fast nur noch von Schweinefleisch in allen möglichen Zuberitungsarten und -formen! Dieses Gefresse bedeutet aber noch etwas viel Wichtigeres: Das Frühlingsfest (oder auch chinesisches Neujahr im Westen genannt) kommt näher! Vom 27. auf den 28. Januar ist der Jahresübergang auch nach dem traditionellen chinesischen Mondkalender erreicht - die Chinesen pulvern aber natürlich jetzt schon ihre Gehälter in Form von Feuerwerk in die Luft. Wir werden das Fest zusammen mit einem Englischlehrer der Minderheitenschule von Pu'er feiern, den wir über Sebastian kennengelernt hatten.

Vor Kurzem habe wir es dann auch mit ein paar befreundeten Chinesen einen Uaflug in das Pu'er Tea Exhibition Center gemacht, wo man natürlich Tee kosten und für ungeheure Summen auch hätte kaufen können, wir beließen es also besser beim Trinken und Bestaunen der Landschaft. An dem ABend habe ich es dann auch endlich mal geschafft, mit den anderen zusammen zu der English-Corner für interessierte Erwachsene im Aini, einem ziemlich wetstlichen Kaffeehaus zu gehen, was auf jeden Fall eine Erfahrung wert war! Lea und ich haben dort einen CHinesen kennengelernt, der nicht nur fast jede Sprache Südostasiens beherrscht, sondern am nächsten Tag die 42 Kilometer bis in seine Heimat an der Grenze zu Xishuangbanna zurücklaufen (!!) wollte, dem haben wir beide uns dann angeschlossen, aber mit dem Fahrrad antürlich. Nach der Hälfte haben wir noch Mittag gegessen, hochinteressante Gespräche geführt und dann sind wir zwei mit dem Fahrrad wieder zurück nach Pu'er gefahren, während er seinen Weg nach Süden fortgesetzt hat.

Heute Abend geht es natürlich wieder zum Shazhufan - und nach dem Frühlingsfest wollen Nele, Lea und ich dann auch mal richtig verreisen: in den Norden Yunnans nach Dali, Lijiang und Shangri-La, wo es dann auch mal kälter als 15°C sein dürfte - und wir vielleicht auch mal Schnee sehen werden!

14.01.2017, 20.00h:

Wie schon an einer oder anderen Stelle erwähnt, ist Tee wohl das identitätsstiftendste Gut Südyunnans (in einem Resieführer aus Xishuangbanna hab ich sogar gelesen, dass der Pu'er-Tee von dort kommt!) - und das nicht erst seit gestern: Vor zwei Tagen waren wir an einem Ort, wo es Teebäume gibt, die über 1500 Jahre alt sind: auf dem Jingmaishan (gesprochen tschingmaischan). Dank einiger Connections hatten wir eine exklusive Führung durch die Teewälder (dort stehen die Teebäume nicht auf Feldern, sondern wachsen in Wäldern zwischen anderen "gewöhnlichen" Bäumen) und in ein kleines Dorf der Daiminderheit, wo wir spontan an einer Busshistischen Zeremonie teilgenommen haben und natürlich auch verköstigt wurden. Danach wurde dann noch nach traditioneller Dai-Art getanzt - eine einmalige Erfahrung!! Und von diesem Berg hatte man eine absolut fantastische Aussicht über die Natur! (Bilder folgen, sobald ich die Speicherkarten von Leas Kamera hab, meine eigene hatte keinen Akku und ich hatte es vorher nicht überprüft, ich Trottel!) Wir konnten am Morgen das berühmte "Wolkenmeer" beobachten, was wohl jeder kennt, der sich China vorstellt. Dieses Phänomen soll aber nur im Winter zu beobachten sein, wurde uns von unserer Begleitung erklärt.

Hier in Pu'er hat sich auch einiges getan: Seit heute haben die Studenten frei (das Frühlingsfest naht!), das bedeutet auch für uns, dass wir uns umstellen müssen, da die ganzen Buden am Univiertel, wo wir uns eigentlich immer ernährt haben, jetzt alle abgebaut und geschlossen werden, da jetzt auch keine Studenten mehr da sind und auch die Budenbetreiber das Frühlingsfest feiern wollen und dafür auch nach Hause reisen. Es beginnt also die berühmte Völkerwanderung Chinas zum Frühlingsfest, wo knapp ganz Deutschland zahlenmäßig den Aufenthaltsort wechselt und dementsprefchend auch die Preise für Bus, Bahn und Flugzeug sich fast verdreifachen. Gut, dass wir jetzt nicht verreisen!

09.01.2016, 22.00h:

Die Temperaturen haben sich mittlerweile auf ein ausstehliches Mittelmaß eingependelt, obwohl es trotzdem eher kalt ist. Selbst in der "wahren Stadt des ewigen Frühlings" gibt es eine Art Winter, aber natürlich ohne Schnee.

Da das uns sonnenverwöhnten Freiwilligen noch nicht ausreicht (und da wir uns den folgenden Ort lieber nicht bei 40°C im Schatten angucken wollten) sind wir in das Tal der wilden Elefanten in Xishuangbanna (gesprochen Chischuangbanna), der Präfektur südlich von Pu'er gefahren.Wir sind also sehr früh aufgestanden und mit dem Bus losgefahren. Dass ich hoffnungsvoll eine kurze Hose angezogen habe, erwies sich als wahrer Glücksgriff: Es war wirklich mollig warm - und wir haben sogar wildlebende Elefanten gesehen! Mit Baby! Aber die Fotos sollten am besten schon oben in der Gallerie sein. Obwohl die gesamte Anlage oim Prinzip auf die Koexistenz zwischen Mensch und Tier setzt (was für China echt fortschrittlich ist!), gibt es auch "klassische" chinesische Zooanlagen. Das sind dann winzige Gehege mit Tieren, die total verdreckt sind und man ihnen das leid ansehen kann. Hier drüben hat ein Lebewesen generell einen anderen Stellenwert. Aber darüber will ich mich jetzt nicht aufregen, denn im Prinzip ist die Richtung des Parks schon sehr fortschrittlich für unsere westliche Maßstäbe an Tierschutz.  Wir sind über Holzstege durch die Anlage gegangen und konnten dadurch wunderbar die tolle Natur genießen, die hier schon fast wie im Regenwald aussieht. Und neben Elefanten hatten wir auch das Glück, Eidechsen und Affen zu sehen!

Abends sind wir dann auch sehr müde und KO und glücklich ins Bett gefallen.

05.01.2017, 00.30h:

Es ist ziemlich kalt und regnerisch geworden und Lea und ich kamen auf die geniale Idee, unsere Mitfreiwilligen im 52 Kilometer entfernten Ning'er zu besuchen!

Also sind wir munter am Montagmorgen losgeradelt und haben uns eine echt winzige Straße rausgescucht, die am Anfang auch ´noch echt gut in Schuss war. Aber schon nach der ersten Steigung blieb dann nur noch ein für deutsche Verhälktnisse Feldweg übrig, auf dem wir dann noch eine ganze Weile weitergefahren sind - durch wunderschöne Landschaft! Die Mittagspause fand in einem Teefeld mit wahnsinnigem Ausblick statt. Es blieb auch trocken und wir kamen komplett geschafft, aber sehr glücklich in Ning'er an, immerhin mussten wir drei Mal für jeweils bestimmt eine Studne bergauf fahren, hatten dann aber auch tolle Abfahrten!

Als wir dann am nächsten Tag zurückfahren wollten, durften wir feststellen, dass es sehr heftig angefangen hat, zu regnen. Also sind wir spontan noch einen Tag länger geblieben und konnten so immerhin ein wenig Ning'er erkunden und an der Weihnachtsfeier der Englischlehrer mit unseren beiden Mitfreiwilligen teilnehmen, wobei wir dann auch gleich mit dem Schulleiter Bekanntschaft machten.

Heute sind wir dann trotz Regen wieder zurückgefahren und kamen völlig durchnässt aber auch sehr zufrieden im Heim an. Dabei hatten wir dieses Mal eine etwas größere Straße gewählt. Dieser Weg war zwar kürzer, dafür aber auch umso stärker befahren, was uns die monströsen LKW regelmäßig lautstark zu spüren gegeben, immerhin konnten wir die Mittagsrast unter einem Dach machen.

Den Rest des Tages haben wir dann mit Aufwärmen zugebracht und waren heute Abend dann auch gleich nochmal zum Essen eingeladen!

01.01.2017, 21.20h:

Das neue Jahr ist angekommen! Unsere ursprünglichen Pläne wurden natürlich typisch chinesisch über den Haufe geworfen und wir haben stattdessen einem Schweineschlachtmahl beigewohnt. So etwas hat in China in dieser Jahreszeit auf dem Land Tradition: Man schlachtet das Schwein, das man über das Jahr hinweg aufgezogen hat und lädt das gesamte Dorf samt Anhang zum Essen ein - und je mehr Menschen kommen, desto besser! Damit waren aber die Köstlichekiten des Abends noch nicht vorbei: Anschließend haben wir noch an der YiZhong bei der Lehrerweihnachtsfeier mit den dortigen Freiwilligen beim chinesischen Grillen weitergefressen (dieser Ausruck passt schon ziemlich gut!!), kurz vor Mitternacht sind wir dann in deren Wohnung gegangen und haben dort mit Reisschnaps auf das neue Jahr angestoßen und die paar Feuerwerke betrachtet. In China gab es in diesem Jahr zum westlichen Neujahr keinerlei öffentliche Großfeuerwerke, allerdings haben einige Leute auch ein wenig geknallt. Hier in China geht es dafür richtig an den Tagen des chinesichen Neujahrs ab!

Lea und ich haben außerdem unsere Handies auf Chinesisch umgestellt und haben uns geschworen, es erst nach einem Monat frühestens wieder umzustellen - bisher geht das auch noch ganz gut, trotz allem ist das auch jetzt schon eine spannende Erfahrung!

Heute haben wir die Wohnung ein wenig aufgeräumt und geputzt und am Abend waren wir dann noch mit unserer Chinesischlehrerin samt deren Cousine (mit denen wir uns eh schon ein paar Mal getroffen haben) noch Essen - und hatten eine Menge Spaß!

...und auch ganz frisch bricht mit dem neuen Jahr die neue Bildergalerie an!!

31.12.2016, 11.30h:

Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch, dass dies mein letzter Post in diesem Jahr ist, wir sind auch immerhin sieben Stunden vor Deutschland dran mit dem neuen Jahr! Bis das traditionelle chinesische neue Jahr anbricht, ist es noch knapp einen Monat hin.

Die letzten Tage waren aber nochmal gut gefüllt: Am Donnerstag war die wohl wichtigste Festivität im ganzen Jahr an der Uni: die Neujahrsfeier! (In China nimmt man es des Öfteren nicht so genau mit den Daten westeuropäischer Feiertage - in den letzten Tagen wurde mir schon sehr häufig von allen möglichen Personen ein frohes neus Jahr gewünscht.) Dort durften wir auch mitwirken - natürlich bei dem Beitrag des English-Departments, denn jedes Department hat mindestens einen Act zu diesem Event beigesteuert, zu dem übrigens ein Großteil der Stadt- und Präfekturregierung Pu'ers, sowie der gesamte Vorstand der Uni (fünf Vize- und ein Hauptpräsident und die Wahl der männlichen Formen sind hier komplkett richtig) zugeschaut hatte. Unser Department hat die beiden populärsten Stücke aus "The Sound of Music", "My Favorite Things" und "Do Re Mi" inszeniert und wir führten als drei ältere Herrschaften durch die Geschichte und haben uns dabei selbstverständlich nicht allzu ernst genommen.

Nach dieser Show der Superlative ist wohl nun die Haupteventzeit an der Uni vorbei. Im zweiten Halbjahr wird es wohl weniger geben, aber mal sehen, was uns noch so alles einfällt.

Wir werden dann jeder mindestens zwei 80-Minuten-Klassen haben, außerdem wird natürlich der Chor weitergeführt, aus der Krippenspielbande soll eine kleine Theaterformation entstehen, darüber hinaus sind einige Studenten in Jubel asugebrochen, als ich ihnen berichtet habe, dass wir das okay haben, ab nächstem Halbjahr Deutsch zu unterrichten. Und dann haben Nele und ich uns in den Kopf gesetzt, europäischen Standardtanz zu verbreiten. Einen Kurs soll es für die Lehrer geben, der einen Monat gehen soll und für die Studenten soll es einen durchgängigen Kurs geben. Einen Raum haben wir dafür auch schon in Aussicht gestellt bekommen, jetzt müssen nur noch Interssenten gefunden werden.

Jetzt ist auch der Zeitpunkt gekommen, wo man sich ein paar Vorsätze für das neue Jahr überlegen kann. Meine sind dabei zweigeteilt, wie auch schon im vorherigen Jahr, denn auch dieses Jahr wird aus zwei sehr unterschieldi hen Hälften bestehen: Zuerst bin ich ja (hoffentlich!!!) noch bis Ende August in China. Hierfür habe ich mir vor allem vorgenommen, das Schwimmprojekt in die Tat umzusetzen, was ich schon seit dem Anfang vorhabe, dann steht auch immer noch auf unserer Agenda, den Studenten einen Emailaustausch mit westlichen Studenten zu ermöglichen - und dann wollen natürlich all die angefangenen Projekte gut weitergeführt und auch an die nächste Generation übergeben werden, wo wohl der Aufbau der Deutschsparte mit die größte Herausfprderung darstellen dürfte. Außerdem habe ich immer noch das große Ziel, mit eins, zwei Mitfreiwilligen in den Sommerferien einmal auf der Großen Mauer zu stehen - dafür wird auch fleißig gespart...und dann will ich natürlich auch meinen Blog weiterhin auf dem aktuelle Stand halten, damit auch Sie und ihr immer auf dem aktuellst möglichen Stand sind und seid!

Im zweiten Teil des Jahreas wird es dann weiterhin an die Uni gehen - aber schon etwas näher an der Heimat: Ich werde in Freiburg Englisch und Geschichte auf Lehramt studieren! Dafür will dann eine Wohnung gefunden und der Umzug einmal quer durch Deutschland (über diese Distanz lachen Chinesen generell eher) gemistert werden.

Das alte Jahr war voller Abschiede, Umwälzungen, Neuerungen -  und das neue Jahr hält auch  noch eine Menge an spannenden Ereignissen bereit und wird wohl auch einige Überraschungen mit sich bringen! Freuen wir uns darauf!

Ihnen und Euch dann jetzt schonmal ein frohes neues Jahr 2017, auch wenn die meisten noch schlafen dürften!! 新年快乐! (xinnian kuaile!)

26.12.2016, 10.45h:

Das Wichtigste zu allererst: 圣诞快乐 (shèngdàn kuàilè!) - Fröhliche Weihnachten!!

Der Weihnachtsstress ist heute, am zweiten Weihnachtsfeiertag auch langsam endlich verebbt und eine gewisse Weihnachtsruhe ist zumindest in unsere Wohnung eingezogen. Im rest des Landes scheint Weihnachten vorüber zu sein, wenn es überhaupt richtig da war. In China ist dieses Fest natürlich etwas ganz anderes, als bei uns: Hier existiert die (nach meinem eigenen Empfinden) äußerst schöne Tradition, dass man sih einen Apfel schenkt. Auf Chinesisch heißt dieser "pingguo", die erste Silbe ist dabei (fast) gleich wie die erst Silbe des Ausdruckes "ping'an", was soviel wie Friede bedeutet. Also schon eine Tradition mit einem gewissen Hintergrund. Das war es dann aber auch schon: Ansonsten herrscht zu Weihnachten ein wenig mehr Kommerz, aber den eigentlichen Hintergrund kennt naheu niemand.

Das war wohl auch ein Grund für unseren Weihnachtsmarkt, den wir bekanntlich am 24. Abends auf dem großen Hauptveranstaltungsplatz der Uni abgehalten haben - und es war ein ziemlich großer Erfolg! Es waren 1500-2000 höchst begeisterte und interessierte Studenten, Lehrer und Außenstehende mit Familien und Anhängen da, außerdem waren nahezu alle deutschen Freiwilligen aus Yunnan da, weil diese heute morgen ihr Visum verlängern müssen (von dem Stress waren wir drei ein Glück befreit, da unseres bis zum 14. September nächsten Jahres gültig ist). Natürlich war die ganze Sache nicht gerade stress- und pannenfrei: So brach der Strom zusammen, als alle Herdplatten für gebrannte Erdnüsse, Mutzen und Apfelpunsch eingeschaltet wurden, womit dann auch das Soundsystem lahmgelegt war. Es gab also zuerst keine Hintergrundbeschallung. Dies ließ sich dann mit einiger Improvisation beheben. Dann sollte das Krippenspiel starten - und die Mikrophone versagte immer wieder, wodurch vielleicht der Hälfte des Gesprochenen  und ein Drittel des Gesungenen durchkam. Trotz alledem waren alle begeistert und glücklich und wir geschafft, nachdem dann alles endlich weggeräumt war. Wir saßen dann noch ein wenig gemütlich beisammen und haben unsere persönliche Wichtelrunde durchgezogen, bevor dann langsam aber sicher der Schlaf kam.

Der erste Weihnachtsfeiertag war dann relativ gemütlich: Wir haben auf einem kleinen Weihnachtsspaziergang über Trampelpfade eine ganz neue, ländliche Ecke von Pu'er kennengelernt. Abends wartete dann aber noch der letzte Act: Ich durfte ja noch bei einer kleineren Show auf dem Unigelände das traditionelle, cinesische Lied von der Jasminblume (茉莉花 - "molihua"), von dem Guzheng begleitet, singen - in traditionellen Stoffen gewandet! Das Publikum ist natürlich vollkommen ausgerastet und natürlich wollten alle Fotos mit mir machen! Diese Aktion sollte dann auch wieder abgebaut werden und dann haben wir noch auf die erfolgreiche Show angestoßen und ein wenig Shaokao gegessen!

Und jetzt? Jetzt habe ich Zeit, mal wieder was zu schreiben, Weihnachtsmusik zu lauschen und Weihnachtsgebäck zu essen. Unsere Chinesischstunde findet heute auch nicht statt, also können wir den heutigen Tag nutzen, die letzten Sachen für den Unterricht fertigzumchen (wir müssen noch die Noten der Examen eintragen) und uns dann Gedanken über die Ferien machen. Außerdem dürfen wir noch bei dem Sylvesterevent der Uni mitwirken. Da werden also auch noch einige Proben auf uns zukommen. Und dieses Event scheint wohl noch überdimensionaler zu werden als der Weihnachtsmarkt...

Ich packe die Bilder der Weihnachtstage auch in eine Extragalerie - wird auch bald Zeit für eine neue, im neuen Jahr dann!!

22.12.2016, 11.00h:

Anscheinend werde ich zu einem Vormittagsposter, so verändern sich Gewohnheiten!

An der Uni wurde gestern der Ausnahmezustand deklariert: Das Sportfest hat begonnen!! Das bedeutet, dass die Studenten sich drei Tage lang nicht mit Vorlesungen und Prüfungen rumplagen müssen, sondern von nun an sportlich aktiv werden. Dementsprechend sah es auch gestern auf dem Gelände aus: Die Schulgebäude werwaist, haufenweise Studenten auf dem Sportplatz. Und es wäre nicht China, wenn dieses Spektakel nicht mit einer miilitaristisch-pompösen Eröffnungszeremonie eröffnet worden wäre, die wir uns natrülich auch angeschaut haben. Jedes Department marschierte einzeln ein und präsentierte eine kleine Show, die sogar bewertet wurde, wie wir später herausgefunden haben. Und wer hat den ersten Platz belegt? Das Foreign Languages Department!! Damit war der Tag natürlich noch nicht um: Wir wollten gerade nach Hause gehen, als wir von der stellvertretenden Dekanin aufgehalten und zu den Lehrerveranstaltungen geschleift wurden. Das bedeutete im Klartext, sich komplett zum Deppen zu machen: Man sollte mit einem Basketball Wasserflaschen umkegeln - ich hab es auf gerade einmal zwei Flachen gebracht. Der sonst schon etwas gluckenhaft wirkende Hauen von Englischlehrerinnen geriet jedoch komplett aus dem Häuschen und bejubeelte die ersten (!!) zwei Punkte für ihr Team. Heute Nachmittag dürfen wir gleich nochml bei munteren Spiel- und Spaßrunden der Lehrer antrete und danach noch Essen gehen. Ein Glück sind meine Magenschmerzen, die mich in der vorletzten Nacht andauernd auf die Toilette geführt haben, nahezu weg, sodass ich nun auch Vollgass geben kann!

Was war noch? Äußerst "chinesiche" Angelegenheiten: Erst wurde ich von einer Studentin überredet, ein traditionell chinesisches Lied ("Molihua" - die Jasminblume) bei einer anderen Show zu singen, während sie mich auf dem Guzheng (platt gesagt die chinesische Version des Hackbrettes) begleitet - und dann wurde ich noch von zwei Chinesinnen auf dem Unigelände aufgehalten und als Model genutzt, wofür die Fotos genau sind, hab ich nicht genau verstanden, mal sehen, wo mein Gesicht demnöchst so auftaucht.

19.12.2016, 11.00h:

Das Wochenende ist geschafft!! Das ich so etwas mal sagen würde...auf jeden Fall waren wir gut beschäftigt:

Am Samstag fand der Probentag für Chor und Krippenspiel statt: Ich bin also immer hin- und hergerannt, um bei beiden meinen Teil zu erfüllen, ein Glück haben mir Katharina und Maria von der LiuZhong tatkräftig geholfen (die eine beim Chor, die andere beim Krippenspiel), obwohl sie beide gesundheitlich nicht gerade auf dem besten Stand sind!! Außerdem haben Lea und Nele mit einigen Studenten nebenher noch Kekse gebacken, wir drei waren also von morgens bis abends auf dem Unigelände und haben unser Bestes gegeben und zumindest ich bin auch mal an die Grenzen meiner nervlichen Belastbarkeit gestoßen. Am Abend lief alles aber ziemlich gut - und wir konnten trotz aller Problemchen und Pannen von einem erfolgreichen Tag sprechen!

Der Sonntag war eigentlich als Erholungstag geplant, aber so einfach war es dann doch nicht: Zuerst musste ich spontan zu einem Finanzmeeting wegen der Weihnachtsktion und als ich dann gerade mit dem Aufräumen unserer Wohnung halbwegs durch war, ging es auch wieder zu einem Englisch-Wettbewerb an der Pu'er ErZhong, einer anderen Mittelschule, an der auch zwei Freiwillige sind, die Unterstützung brauchten. Dort sollten wir Gesangsdarbietungen auf Englisch begutachten - und einige waren echt erstaunlich gut!

So viel zu dem letzten Wochenende, jetzt bricht schon die finale Woche vor Weihnachten an, die heiße Phase beginnt also!!

16.12.2016, 10.00h

Es ist still geworden - Asche auf mein Haupt - oder wie der Chinese sagt: 羞羞脸! (Xiuxiulian! (gesprochen Chiuchiuliän!)) Mein rechner macht seit einigen Tagen Probleme: Er stellt keine Internetverbindung her und öffnet kaum noch gespeicherte Werke...ich habe mir jetzt Neles Laptop ausgeborgt, um endlich mal wieder etwas schreiben zu können!

Aktuell ist eine sehr stressige Zeit angebrochen: Weihnachten (und damit unser Weihnachtsmarkt!) rückt immer näher - und damit kommen natürlich auh immer neue Probleme auf einen zu: So habe ich gestern Abend erfahren, dass wir unseren Probentag nicht wie geplant morgen in den "Standardräumen" der Uni abhalten können, weil dort überall Englischexamen geschrieben werden, also bin ich aktuell am Rotieren, neue Räume zu finden, in denen man vielleicht auch ein wenig Musik machen darf! Ansonsten wird der morgige Tag schon anstrengend genug für alle Beteiligten: Das Krippenspiel probt, der Chor singt und es werden auch noch Plätzchen gebacken, es gibt also für jeden Einzelnen genug zu tun!

Ansonsten läuft es aber ganz gut: Vergangenes Wochenende war ich mit zwei Studentinnen im Pu'er-City-Museum, wo viel Spannendes zu den verschiedenen Minderheiten ausgestellt war, im benachbarten Science-Muuseum ging es hauptsächlich darum, was Pu'er doch für eine tolle, moderne Stadt ist!

Die Prüfungen sind auch angelaufen und das läuft! Bisher haben alle bestanden und vviele auch besser als wir zuerst erwartet hätten.

Nicht zu vergessen ist natürlich unsere Wichtelaktion: Am Mittwoch konnte jeder Student und Lehrer, der Lust hatte, ein Geschenk bei uns von 12-20.00h abgeben, um dann am Weihnachtsmarkt ein anderes zu bekommen. Wir haben über 1200 Geschenke eingesamelt! Andauernd mussten neue Kartons zum unterbringen der Geschenke organisiert werden, denn die Flut worllte kein Ende nehmen!

Ich war am Vormittg noch einmal in Mohei und habe dort drei Stunden unterrichtet und mich dann auch direkt in die Wichtelaktion gestürzt.

Gestern blieb dann aber auch noch Zeit, das Food-Festival von Pu'er zu besuchen und dort fleißig Geld auszugeben und Spezialitäten aus ganz Ostasien zu verköstigen.

Es lagen also einige volle Tage hinter uns - und einige volle werden auch noch kommen!

06.12.2016, 16.00h

Pünktlich zum Nikolaustag wird es jetzt auch wieder Zeit, was zu schreiben!

Wir wurden übrigens von Nele überrascht, die tatsächlich den Nikolaus auch zu uns eingeladen hat!! Das muss n riesen Aufwand gewesen sein! Halleluja!!

Wir haben es mit dem Chor geschafft, "Joy to the World" einzustudieren - und "Adeste Fideles" zu wiederholen und sind ziemlich zuversichtlich, dass wir bis zum Probentag alle Songs einmal durchgenommen haben werden. Das Gleiche gilt auch für das Krippenspiel: Wenn man ein bisschen nachbohrt, dann können Chinesen echt gut schauspielern und es macht auch Spaß, ihnen zuzusehen! Aber auch hier melden sch manche Chinesen erst sehr spontan ab - oder erscheinen gar nicht. Aber irgendwie klappt es dann doch - China halt!

Für das Weihnachtsevent fand dann auch das große Probekochen und -backen statt, wo gemeinsam mit den Chinesen ausprobiert wurde, wie sie sich so beim Plätzchenbacken anstellen. Das Ergebnis war äußerst lecker!

Das Wochenende war dann gut gefüllt mit äußerst interessanten Erfahrungen: Wir waren mit ein paar Chinesen in einer Internetbar (so nennt man das hier) und haben dort Computer gespielt - gemeinsam, was eine unglaublich lustige Erfahrung war, vor allem, da man das meiste nicht wirklich lesen konnte und somit einfach drauf losgespielt hat!

Wir haben außerdem von der Dekanin erfahren, dass wir Prüfungen mit unseren Schülern machen sollen - also wurde der Plan, mit ihnen "Forrest Gump" zu gucken, über Board geworfen und stattdessen für die Prüfung vorbereitet, damit wir diese dann die nächsten zwei Wochen abhalten können.

Außerdem ist mir am Wochenende auf einer Fahrradtour etwas äußerst "chinesisches" widerfahren: Ich hab ein paar Studentinnen getroffen und dann sind wir zusammen weitergefahren, dann natürlich in etwas gemächlicherem Tempo (obwohl zwei von ihnen auf dem roller unterwegs waren). Als wir dann bergab nach Pu'er zurückgefahren sind, stürzte eine Chinesin und hat es geschafft, sich selbst heil zu lassen, aber das Fahrrad zu zerstören: Das Gestell war so verbogen, dass das Vorderrad nicht mehr geradeaus zeigen konnte, weswegen man immer eine Kurve fuhr. Ich hab dann das Fahrrad genommen und die Chinesen (die zum Teil das erste Mal Fahrrad fuhren!) meins nehmen. Nach einigen Metern (wir hatten noch sieben Kilometer bergab vor uns) stellte sich das Gane aber als Ding der Unmöglichkeit heraus, also hab ich einfach den gesamten Lenker umgedreht - und konnte so dann die Bergabtour doch noch mmeistern! So lernt man neue Freunde kennen!

02.12.2016, 10.30h

Die Weihnachtszeit ist angebrochen!! Und pünktlich zum Beginn ist es auch kalt und bewölkt geworden - und das Wasser wird maximal noch lauwarm, was wohl daran liegt, dass das Wasser hier in großen Behältern auf dem Dach durch die Sonnenwärme erhitzt werde, meinte eine Chinesin zu uns. Das funktioniert hier auch die meiste Zeit recht gut, in der winterlichen Zeit jedoch gibt es einfach nicht genug Sonne, um das Wasser stark zu erhitzen, man sollte also sich den Chinesen anpassen und Abends duschen, wenn die Chance auf warmes Wasser bedeutend höher ist, als morgens.

Wenn man von diesen eigentlich unbedeutenden Problemchen absieht, geht es uns gut! Lea ist wieder da, wir haben einen gemeinschaftlichen Adventskalender bei uns hängen und gestern kam pünktlichst ein Paket von meinen Großeltern voller Lebkuchen an, was für einen allgemeinen Schrei- und Freudensausbruch gesorgt hat. Wir dürfen uns jetzt wohl mit Recht weihnachtlichste WG in ganz Südchina nennen!

Die Proben für das Krippenspiel sind auch angelaufen: Zwar konnten natürlich alle nicht, aber mit denen, die da waren, haben wir gut geprobt - und hatten auch ordentlich Spaß!

Außerdem ist das Rollenspielprojekt angelaufen: Maria und ich haben erstmal ein bisschen "Werwolf" gespielt, um die Studenten an die Materie heranzuführen. Das aht auch schon ganz gut geklappt, die nächsten Wochen dürften also spannend werden...

Ansonsten wartet heute Abend der Chor - und das nächste Weihnachtslied. Wir sind gespannt!!

29.11.2016, 15.10h

Der letzte Eintrag ist schon eine Weile her - leider hat mein Laptop Probleme bereitet und danach das Internet. Jetzt läuft aber weider alles und an alle, die schon Panik bekommen haben sollten: Alles ist gut!

Aktuell hilft Lea in Zhenyuan beim Unterrichten aus, da die dortigen Freiwilligen nach Liuku gefahren sind, um dort für das Slumkids-Projekt zu sorgen (siehe oben!!!), deshalb haben Nele und ich heute alleine unterrichtet - in langen Sachen!! Hier ist es mittlerweile auch herbstlich geworden: Es regnet, es ist kälter geworden und der eine oder andere Chinese verlässt das Haus schon nicht mehr, weil es so kalt und nass ist!

Der letzte Chor war äußerst erfolgreich, auch wenn nicht alle da waren, die sich eingetragen haben. Die, die jedoch gekommen sind, waren richtig gut: Nach nur einer Stunde waren sie in der Lage, "Adeste Fideles" auf Latein zu singen! Bis Weihnachten wollen wir vier Lieder mit ihnen einstudiert haben, das wird noch ein langer Weg, aber wir sind ziemlich guter Dinge!

Gestern war dann auch das erste Treffen für das Krippenspiel, was auch auf dem Weihnachtsmarkt stattfinden soll - und da sind jetzt die Rollen vergeben und die Proben festgesetzt: dreimal die Woche!

Als letzte projekt hab ich mit Maria, der anderen Freiwilligin von der LiuZhong von gegenüber angefangen, ein Rollenspielprojekt auf die Beine zu stellen: Das bedeutet, das man sich in einer kleinen Runde trifft und auf Englisch in andere Rollen schlüpft und sich dann Abenteuer vorstellt und diese durchlebt - was sowohl das Englisch als auch die Kreativität der Studenten fördern soll. Dafür mussten aber erstmal zwei kleine, gemütliche Räume gefunden werden - nicht gerade einfach in eine Land, wo alles auf große Menschenmassen ausgelegt ist. Wir haben jetzt zwei Klassenräume reserviert bekommen, wo wir uns am Donnerstag dann zur ersten Sitzung treffen wollen.

Was ist noch so in den letzten Tagen passiert?

Wir besitzen einen Adventskranz - und haben am ersten Advent sogar Plätzchen gebacken! Außerdem waren wir vor Kurzem mit einem Haufen Schüler im Kino und haben "Magische Wesen und wo sienzu finden sind" gesehen und unsere Wand mit Fotos bestückt und designed!

Die Zeit war also auch so schon gut gefüllt!

20.11.2016, 23.00h

Und mal wieder ist ein Wochenende geschafft! Und was für eines!

Zuerst hatten wir noch Chor - und natürlich lief es nicht rund, denn parallel fanden mal wieder irgendwelche anderen (sterbenslangweiligen, wie ich mir bestätigen lassen habe!) Veranstaltungen auf dem Unigelände, was die Anzahl williger Sänger stark ausgedünnt hat. Trotzdem haben wir es geschafft, 20 Namen von festen Mitgliedern auf unserer Liste zu sammeln und sind damit bereit, nächste Woche endgültig durchzustarten und anzufangen, für Weihnachten zu proben!

Dann ist heute noch Neles Geburtstag! Und für die Reinferei reisten einige Mitfreiwillige sogar aus den andere Standorten (bis zu fünf Fahrstunden weit weg) an - und es wurde eine äußerst muntere, leicht haotische Feier, mit allem, was dazugehörte, inklusive halbselbstgebackener Torte (und dem dazugehörenden Herumgeschmiere), lustigen Sketchen und anderen munteren Spielchen. Heute waren wir dann bekanntlich noch bei der Cousine unserer einen Chinesischlehrerin zum Abendessen eingeladen, der eine vierstöckige Villa mit eingebautem Karaoke-(hier KTV genannt) Raum gehört. Wir wurden äußerst gut verköstigt und haben ebenjenen auch gut genutzt und nun genießen wir die letzten Minuten des heutigen Tages.

Außerdem haben wir mittlerweile ale drei chinesische Namen: Unsere andere Chinesischlehrerin hat mir den Namen 小萨 (xiaosa) gegeben, was so viel wie "süßer Sascha" bedeutet - und ist eine Mischung aus Nachahmung meines eigentlichen Namens, der klassischen Struktur chinesischer Namen (Nach- und Vornamen) und einer "tieferen" Bedeutung - was sollte man daran zu meckern haben??

18.11.2016, 13.40h

Die letzten Tage standen unter dem Motto "westlich kochen", denn wir haben nacheinander unsere beiden Chinesischlehrerinnen zum Essen eingeladen: Die erste war bekanntlich schon am Samstagabend da, aber wie es war, hatte ich noch gar nicht weiter geschrieben, also ommt das jetzt halt:

Es gab Sandwiches, Nudeln mt selbstgemachter Tomatensauce und zu Nachtisch Milchreis - wir brauchten knapp eine Stunde zum Kochen und sie war zusammen mit ihrer Tochter voll begeistert, die Kleine hat dann noch ein bisschen auf unsere Wand, auf die wir lange Papierstreifen geklebt hatten, gemalt. Die zweite Chinesischlehrerin war gestern Abend da - wir haben uns einen Ofen in der Größe einer Mikrowelle angeschafft und konnten die udeln mit Tomatensauce in einen Auflauf verwandeln - und zur Vorspeise haben wir eine Kartoffelsuppe gemacht, mit allem was dazugehört. Niemand von uns hatte sich bisher an sowas versucht, aber das Ergebnis schmeckte tatsächlich äußerst westlich und nach einer echten Kartoffelsuppe, wie sie im Buche steht!! Für den Nachtisch hatten wir dann nochmal alle Geschütze aufgefahren und Apfeltaschen gebacken! Sie und ihre Cousine hatten dann noch chinesischen Wein mitgebracht, von denen der eine wirklich soschmeckt, wie man sich Wein vorstellt - der andere dafür eher wie sausüßer Traubensaft aus Aroma und mit ein bisschen Alkohol...und es gab auch prompt eine Gegeneinladung für Sonntagabend zum Essen bei der Cousine, so will man das doch!

Heute ist das Wetter mal wieder echt schön, für Neles Geburtstag (Sonntag, den 20.11., wir feiern rein) finden die letzten Vorbereitungen statt und auch beim Chor werden heute die finalen Leute aufgelistet!! Mal wieder gibt es viel zu tun!

15.11.2016, 16.40h

So, nachdem gestern und vorgestern das Internet etwas ausgesetzt hatte, hab ich heute wieder genug Saft, um was zu schreiben!

Gleich mal das Wichtigste zuerst: Man kann das Haus wieder in T-Shirt und kurzer Hose verlassen!! Dementsprechend gut ist auch die allgemeine Laune, da man nicht fürchten muss, jede Sekunde von einem apokalyptischen Regenschauer überrascht zu werden, sobald man das Haus verlässt.

Ansonsten war der Sonntag sehr voll: Am Morgen waren wir eingeladen worden, mit der Tea-Association auf eine Fahrt zu gehen: Diese fing schonmal sehr lustig an: Die einen fuhren in einem offenen Karren, Lea und Maria (eine der LiuZhong-Freiwilligen) auf dem Fahrrad und ich schließlich in einem vollen Kleintransporter mit einem leicht wahnsinnigen Mann hinterm Steuer, wir kamen aber ein Glück heil und munter an der AUssichtsplattform an, von wo aus man einen herrlichen Blick auf Pu'er hatte - und an diesem Ort fanden dann mehrere Teezeremonien statt - das war wirklich "China wie es im Buche steht"! Außerdem bin ich mittlerweile der Meinung, dass ein jeder, der China verstehen will, die Teezeremonie verstehen sollte - und das ist noch ein ganz ordentliches Stück Arbeit für uns!

Danach waren wir zum Hotpot-Essen eingeladen worden. Das ist eine Spezialität aus der Nachbarprovinz Sichuan und ist entfernt mit FOndue vergleichbar, nur dass der "Pot" ziemlich groß und die Brühe darin ziemlich gut gewürzt ist - und natürlich schmeißt man alles Erdenkliche rein und holt es mit seinen eigenen Stäbchen weider raus.

Und dann habe ich es auch endlich geschafft, einen Friseur aufzusuchen, wer mal die Bilder in eine chronologische Abfolge sortiert, dem dürfte der üppige Haarwachstum sofort auffallen! Natürlich ist ein Friseurbesuch in CHina nicht mit einem deutschen vergleichbar: Als allererstes wurden die Haare gewaschen und der Kopf eine Viertelstunde lang massiert, dann kam das eigentliche Schneiden dran, wobei man jedoch genau in der Beschreibung des gewünschten Haarschnittes sein sollte - natürlich auf Chinesisch - aber mit ein wenig Hand- und Fußarbeit und einem gut platzierten "Stop!" hab ich dann doch noch meine Haare so gestutzt bekommen, wie ich es wollte....abgesehen von einer kleinen chinesischen Note. Danach gab es noch einmal eine Massage - und nach einem letzten Flhnen und Stylen war ich dann nach knapp zwei Stunden durch! Und das alles für 40 Yuan (ca. 5-6€)!

Das war aber noch nichtmal das größte Schnäppchen des Tages! m Abend konnte ich dann noch meine Hose für gerade mal 2 Yuan (das sind ca. 30cent!!) nähen lassen!

Montagabend war ja bekanntlich die Nacht des Supermondes - ein Ereignis, das in dem äußerst mondfreundlichen China natürlich omnipräsent war - und auch die Köpfe der Einheimischen etwas verdreht het: Die eine Studentin hat mich, getrieben von eine Horde anderen Damen gefragt, ob ich nicht ihr Freund werden wolle und die Dame, bei der wir immer frittierte Kartoffeln kaufen, war sehr an meiner Meinung bezüglich der Schönheit chinesischer Mädchen interessiert - sowas kann einem nur in China passieren!

12.11.2016, 23.30h

Gestern war ein ordentlich ereignisreicher Tag! Vor genau einem Jahr hatte ich meinen Vertrag (um 15.15h MEZ, um genau zu sein) für den "weltwärts"-Freiwilligendienst unterzeichnet - wie viel doch seitdem passiert ist!! Und es gibt soo viele Leute, denen ich zu danken habe: meiner Familie, die mich unterstützt und mich zeihen gelassen hat, all den Spendern, die mir die Ausreise erst ermöglicht haben, der tollen Arbeit von Jugend im Ausland und Baumhaus, weltwärts an sich,....

Dann war auch noch das letzte Mal Chor, bevor wir nächste Woche richtig druchstarten wollen und mit festen Mitgliedern für Weihnachten proben wollen!

Für irgendwelche anderen Sachen blieb gestern auch keine Zeit, denn am 11.11. ist in China Singles-Day, das heißt, dass sich Singles gegenseitig etwas schenken - aber auch Paare...und natürlich lockt dieser Tag auch mit gigantischen Rabatten auf alle Internetseiten, vor allem auf Taobao. Das ist so etwas, wie Amazon, nur chinesischer und günstiger! Wir hatten uns ein Konto eingerichtet - und es dauerte nicht lange, bis nahezu jeder zweiter Freiwillige Pu'ers bei uns eine Liste mit Produkten hinterlegt hat, die sie haben wollte, das würde dann auch alles sauber eingepflegt und als wir dann gegen 23.15h bestellen wollten, brach die Seite zusammen - und mehr als die Hälfte des Warenkorbes war verschollen, ohne dass wir etwas bestellen konnten. Also wurde in der letzten halben Stunde im Akkord Sachen wieder rausgesucht und in kleineren Mengen bestellt...um 00.10h war dann Schluss - was wir jetzt noch geschafft haben, zu bestellen und was nicht, wird sich in ein paar Tagen herasusstellen, wenn die Pakete ankommen...

Heute Abend haben wir unsere eine Chinesischlehrerin zu einem europäischen Dreigängemenü eingeladen und kamen so auch selber mal wieder in den Genuss von Sandwiches, Nudeln in Tomatensauce und - ja, richtig gehört - Milchreis!!

10.11.2016, 20.50h

Heute war es dann auch soweit: Das erste Mal habe ich eine Jacke angezogen!! Dafür war da drunter auch nur ein T-Shirt, weil ich davor im größten Regenschauer zum Walmart geradelt bin, um noch eine Geschenkebox zu kaufen, da heute Abend eine gute chinesische Freundin von uns Geburtstag hatte - und wir gemeinsam mit ihr und ein paar Chinesen essen waren.

Hier wird es auch "Winter" - der aber angeblich aus weniger Regen bestehen sollte, aber wir lassen uns, wie immer überraschen!

Hier haben wir natürlich auch die Entwicklungen in de USA verfolgt - als die Ergebnisse reinkamen, war es Morgen bis Nachmittag und als das Endergebnis feststatt, hatten wir Unterricht zu geben. Ich habe mich auch mit ein paar Chinesen darüber unterhalten und habe zum Teil spannende Meinunge gehört! Aber genug von dem US-Politwahnsinn! Sowas kann in China nicht passiere! Aktuell zumindest...

WIr haben außerdem ein örtliches Kino auf Einladung besucht und konnten den Film sehr gut verstehen, gut, er war auch auf Englisch mit chinesischen Untertiteln.

Ansonsten habe ich menen Schnupfen überwunden, unsere Schüler machen fleißig mit und man bekommt immer noch andauernd Chancen, neue Chinesen kennenzulernen, gibt ja auch noch ein paar!

06.11.2016, 23.00h

Mittlerweile darf ich mich auch mal über eine Krankheit beklagen!! Aber keine Sorge, es handelt sich nicht um Typhus, Malaria oder das Denghe-Fieber, sondern lediglich um Schnupfen, das Wetter ist im Moment einfach etwas sehr krass launerisch: Am einen Morgen haben wir gefühlte fünf Grad und Mittags sind es dann knapp 30, nur damit es kurz darauf wieder auf 15 gefühlt abfällt - ich vermute, dass das an der Sonne liegt, die immer noch die gleiche Kraft wie vor einem Monat hat, aber mittlerweile einfach weniger scheint, weil meistens dicke Wolken davorhängen...

Nach Laodabao blieb die Woche natürlich ereignisreich: Wir durften noch selber an unserem letzten Halloweenevent an der zweiten Mittelschule von Pu'er mitmachen, was auch wieder ein voller Erfolg war, auch wenn mein Job im Fotos machen und die-Schüler-nach-unten-scheuchen bestand.

Außerdem haben wir eine private Teesession mit dem President des Teeclubs bekommen, die äußerst interessant war, dabei haben wir auch gleich noch herausgefunden, dass es auch noch eine Kaffeevereinigung gibt...

Dann waren wir auch noch Fischen! mit einem Chineses, den wir eigentlich schon in unserer ersten Woche kennengelernt haben, haben wir es endlich geschafft, uns zu treffen und mit ihm sind wir dann in einen Nachbarort gefahren. Natürlich ist auch chinesisches Angeln nicht mit dem bürokratischem Albtraum und dem stundenlange Rumgesitze, was dem Deutschen als "Angelvergnügen" verkauft wird, zu vergleichen: In China gibt es einfach ein paar künstliche Tümpel voller Fische, wo jeder eine kleine Angel reinhalten kan und bergeweise Fiasch rausziehen kann, der einem dann natürlich auch gleich zubereitet wird. Wenn einem jedoch Petri gar nicht gut gesonnt ist, wie es bei uns der Fall war (einzig Lea hat einen Fisch beinahe rausgezogen, der genug essbares Fleisch aufwies), der kann natürlich noch ein paar Yuan mehr auf den Tisch legen und so trotzdem einen schmackhaften Fisch essen.

Natürlich war auch wieder Chor - diesmal mit wieder mit knapp zwnzig Gesichtern, von denn wir nur eine Handvoll zuvor gesehen hatten, hoffentlich kommen nächste Woche zur letzten offenen Probe noch ein paar mehr Männer...

 

03.11.2016, 16.45h

Ich sitze doch tatsächlich in langen Sachen vor dem Laptop! Also, nicht nur eine lange Hose, sondern auch ein Langarmshirt! So langsam kommt der Winter auch hier an (das heißt, dass die Temperaturen unter 20°C fallen), was die örtliche Bevölkerung auch schon dazu veranlasst hat, die Wintermäntel rauszuholen. Denn diese sieht man jeden Tag häufiger, aber auch mal ein T-Shirt zwischendurch.

Wenn die Wolken jedoch mal aufreißen, steigt die Temperatur wieder stark an, denn hier ist die Sonne nicht nur Lichtspender, wie in Deutschland im Winter, hier hat sie auch jetzt immer noch ordentlich Kraft, alles aufzuheizen.

 

Jetzt komme ich aber zu dem, weshalb ich mich zuerst nicht melden konnte (zwischenzeitig lag es auch mal am Internet, welches irgendwie besonders schwach war), nämlich einem äußerst spontanen, aber äußerst spannenden Ausflug für ein paar Tage:

Am Samstagabend bekamen wir einen Anruf, ob wir nicht Zeit hätten, für drei Tage ab Sonntagmorgen von der Regierung organisiert wegzufahren, um in einem Film mitzuwirken. Dass sowas bevorstand, wussten wir, weil noch zwei andere Freiwillige aus Pu'er (Eva und Rebecca) von der YiZhong (ersten Mttelschule) dorthin schon vor ein paar Tage eingeladen wurden und es schon damals hieß, dass auch die Freiwilligen von der Uni mitkommen sollten, aber davon hatten wir nochs nix gehört und erst recht keinerlei Zustimmung gegeben.

Jetzt haben wir natürlich doch zugestimmt (die Lehrerin, die uns gefragt hat, wirkte selbst etwas überrannt mit der Nachfrage und erst recht erleichtert, als wir zugesagt hatten), die Uni wollte sich auch um unsere Stunden, die wir eigentlich am Dienstag unterrichten müssen, kümmern - und das Halloween-Event, das am Montag bei uns an der Uni und gegenüber an der sechsten Mittelschule starten sollte, musste dann noch etwas umorganisiert werden. Aber irgedwie klappte auch das wieder, wie es in China ist, und wir standen am nächsten Morgen um acht an einem der luxeriösesten Hotels Pu'ers, wo wir ab geholt werden sollten. Um Viertel vor neun tauchte dann jemand auf und es gab erstmal (in Teilen äußerst westliches) Hotelfrühstück. Danach sind wir dann in einem Kleinbus zusammen mit unserem Dolmetscher, einem Unistudenten namens Frank und einem Teil des Filmteams in einem kleinen Bus nach Lancang (einer etwas kleineren Stadt 4 Stunden entfernt) gefahren. Dabei konnte man natürlich wieder die wunderschöne Landschaft bewundern - und wir sind auch über den Mekong (auf chinesisch auch Lancang) gefahren, was ein beeindruckender Anblick war.

Während wir in Lancang gegessen haben, haben wir dann auch erfahren, dass wir in ein kleines Dorf der Lahu (einer Minderheit) fahren, in das westliche Missionare das Christentum und die Gitarre gebracht haben, darüber sollte nun ein Werbefilm von Xinhua (der chinesischen Nachrichtenagentur) aus gedreht werden, welcher dann auch über Facebook und Twitter verbreitet werden soll.

NAch einer weiteren Fahrtstunde kamen wir dann in besagtem Dorf an - und mir wurde sehr schnell klar, dass wir im Begriff waren, Teil von etwas zu werden, was man aus vielen Erdteilen mit spezieller, indigener Kultur kennt: das touristische Ausschlachten dieser ohne Rücksicht auf Verluste.

Das Dorf bestand größtenteils aus sehr traditionellen, spartanischen Holzhütten, die gerade mal kaltes, fließendes Wasser haben und sonst auch anscheinend keinen Anschluss an Strom. Man sah also viele Feuerstellen in den Häusern. Jedoch hatten wir Zimmer in einem größeren Holzhaus mit modern eingerichteten Zimmern: Es gab Strom, Wasser (heiß und kalt), ein westliches Klo und auch WLAN.

AUch der Ort, an dem wir immer gegessen haben, war mit einer modernen Küche ausgerichtet und mit perfekter Sicht gebaut worden. Und wir reisten mit Chinesen, was bedeutete, dass wir bei dem Dorfrundgang andauernd für Fotos posieren mussten.

Wir waren dann auch in der Kirche, was wohl die intensivste Erfahrung der Fahrt gewesen sein durfte, mal zu erleben, wie man das Christentum auf der anderen Seite der Welt versteht und auslegt...

WIr haben an dem Abend natürlich auch reichlich dort gegessen, bekamen eine Showeinlage zu sehen - und auch ein bisschen sehr viel Reisschnaps eingeflöst...zumindest ich...

Am nächsten Tag sollte dann gedreht werden: Die Dreharbeiten für die fünf Szenen haben sich tatsächlich den ganzen Tag hingezogen, obweohl wir maximal drei Anläufe pro Szene brauchten. Andauernd saßen wir nur rum und es schien niemand zu wissen, was als nächstes passiert, aber so konnten sich immerhin meine Kopfschmerzen legen...wir sollten natürlich begeisterte Touris spielen, die von einer Einheimischen durch Laodabao (so hieß das Dorf) geführt wurden. Dabei erfuhren wir auch, dass die Einwohner bereits in Peking bei einer Fernsehshow aufgetreten sind und lernten auch ein paar Wörter Lahu ("halleja" heißt zum Beispiel "glücklich" und "Noda" "Hallo"). Das Dorf lag auch so, dass man es noch mit T-Shirt und kurzer Hose gut aushalten konnte.

Überall im Dorf bekam man dabei auch mit, dass man auf den großen Touristenansturm hofft, oder sich zumindest darauf vorbereitet: Es wurden weitere Hotelgebäude, wie unsere gebaut und hübsche Schilder aufgestellt mit Karten des Dorfes, etc. und es kam auch heraus, dass man vorhat, einen Flughafen zu bauen, damit der bequeme Interessent leichter nach Laodabao kommen kann.

Am nächsten Morgen ging es dann auch wieder zurück nach Pu'er. Vorher sind wir aber noch auf eigene Faust in den frühen Morgenstunden Wandern gegangen.

Was ist jetzt von dieser Reise geblieben?

Zum einen eine gute, neue Freundschaft mit einem Student, der ein äußerst gutes Englisch spricht und der Kontakt zu einer jüngeren Coregisseurin aus Peking. Und dann noch eine Reihe Eindrücke und Fragen: Was wird aus diesem Dorf und seinen Einwohnern? Werden die ganzen Kindern auch noch in ein paar Jahren so befreit auf den Straßen zwischen de Hühnern spielen, wie es jetzt der Fall ist? Wollen die Dorfeinwhner diesen Trubel wirklich? Wird sich der (vielleicht) kommende Reichtum positiv auf die kleine Gemeinde auswirken oder nicht? War es vielleicht "falsch" mitzukommen und gibt es vielleicht sogar Orte, denen man am besten gar nciht "hilft"? Und inwiefern ist diese Dorf jetzt schon "kommerzialisiert"? (Eine "Hezlichkeit" wie in Mohei oder bei den Wa ist mir in diesem Dorf uns gegenüber nicht aufgefallen, es war alles etwas..."anders"...)

Es dürfte spannend sein, in dieses Dorf in ein paar Jahren zurückzukehren, um sich die Veränderungen anzugucken.

...und natürlich lohnt es sich auch hier wieder, ein paar Extrabilder einzufügen:

29.10.2016, 14.30h

Ebengerade hat es hier geschüttet, wie man es sich nicht hätte träumen lassen - und wir mussten dann unbedingt mit dem Fahrrad von der Uni hier rüber fahren...dafür haben wir jetzt einen Nachmittag zum Entspannen, bevor es heute Abend wieder zum Teetrinken geht...

Heute morgen waren wir schon äußerst sportlich: Wir wurden zum Basketballspielen eingeladen, haben dann aber auch noch Badminton gespielt und sind ein paar Runden um den Sportplatz gelaufen, dort gibt es Chinesen, mit denen man ganz gut mithalten kann, aber auch ein paar mehr, die einem davonstürmen.

Beim Chor waren dieses Mal vier Personen - immer noch mehr, als wir erwartet hatten, wegen des Gesangswettbewerbs, der übrigens zu Ehren des 80-jährigen Jubiläums des langen Marsches stattfand und so war dieses Event auch aufgezogen: patriotisch und verehrend wie man es in Deutschland schon seit einer Weile nicht mehr kennt! Zur gleichen Zeit haben die anderen Freiwilligen unsere Halloweenaktion an der vierten Mittelschule durchgeführt: Erst wird verkleidet zu "Thriller" getanzt und danach gibt es Süßigkeiten für die Schüler - und das soll ein voller Erfolg gewesen sein! Die ganzen Leute sind nach Berichten vollkommen ausgerastet und haben sich richtig darüber gefreut! Mal sehen, wie es beim nächsten Mal an der sechsten Mittelschule bei uns gegenüber läuft..

Nun sind wir eindgültig über acht Wochen hier, Zeit, eine neue Bildergalerie anzufangen mit ein paar neuen Impressionen von den letzten paar Tagen!

24.10.2016, 13.40h

Mir wird gerade bewusst, dass in zwei Monaten schon Weihnachten ist!! Wie die Zeit doch rennt...für das riesen Weihnachtsevent, das an der Uni steigen soll, fand mittlerweile die Vorstellungsrunde statt: Wir haben unser Konzept für den Weihnachtsmarkt vorgelegt - und sind damit auch ziemlich einfach durchgekommen, sodass in Kürze die konkreten Planungen beginnen können!

Gestern hat sich der Tag wie von selbst gefüllt, aber erstmal wurde ein wenig ausgeschlafen, dann gab es zum ersten Mal ein Käsesandwich!! (Eine Winzpackung kostet eine horrende Summe bei Walmart, also wird das wohl was ziemlich einmaliges gewesen sein..) Dann musste noch eine zusätzliche Stunde geplant werden, die wir heute morgen für eine andere Lehrerin gehalten haben, mit der wir uns ziemlich gut verstehen, wobei wir festgestellt haben, wie unterschiedlich doch das Niveau in anderen Klassen des gleichen Jahrganges im Verhältnis zu unseren Klassen ist - ob die vielleicht kein Spoke English haben?

Gestern Abend haben wir dann auch die Chance ergriffen und sind mit dem Fahrrad an den Nordrand der Stadt gefahren, wo das Hauptregierungsgebäude der Präfektur Pu'er steht und es auch einen kleinen Wanderweg inklusive hübscher Aussicht auf die Stadt gibt.

Jetzt haben wir gerade unsere Unterrichtsstunden für morgen fertig geplant und werden uns gleich noch ein wenig auf unsere Chinesischstudien stürzen, bevor wir um 15.00h Besuch von unserer Chinesischlehrerin zur wöchentlichen Stunde bekommen.

22.10.2016, 23.00h

Der Chor ist durchschlagend!!! Es waren 21 Leute da, die zusammen den Raum zum Beben gebracht haben - und besser singen konnten, als wir uns das in unseren kühnsten Träumen nicht hätten vorstellen könnten!! Da steckt irre viel Potenzial - und alle sind begeistert gegangen, mit dem Versprechen, nächste Woche mit mindestens einem Freund oder einer Freundin wiederzukommen, so soll das doch sein!! Außerdem haben wir erfahren, dass schon außerhalb der Chorstunden "I Like the Flowers" aus vollem Halse gesungen wird - so etwas erträumt man sich, wenn man ein Projekt dieser Art startet!!

Dann waren wir heute am Tag des "Festes des neuen Reises" (chinesisch 新米节 - xinmijie), das hauptsächlich von der Wa-Minderheit gefeiert wird, bei einer großen Veranstaltung auf dem großen Platz der Universität, wo es eine große Show gab - und danach natürlich noch Essen, so, wie es sich für die Minderheiten gehört: Gegessen mit den Händen von Bananenblättern und dazu gab es das erste Mal Reiswein (und nicht wie häufig den eher widerwärtig schmeckenden Reisschnaps) - und natürlich wollte jeder mit uns anstoßen, jedoch gab es hier keine Trinksprüche, nein, es wurde gesungen - und zwar schön gesungen und dann getrunken! Da erbebt das Musikerherz! Damit war der Tag aber noch nicht zu Ende, denn wir bekamen noch die Chance, dem teeclub der Uni einen Besuch abzustatten, wo Studenten Teezeremonien abgehalten wurden, wir vieles über Tee gelernt haben - und natürlich auch viele toll schmeckende Sorten probieren durften - und dann wurde uns sogar die Ehre zuteil, selber einmal uns an der Kunst der Teezubereitung zu versuchen. Für nächste Woche wurden wir auch gleich wieder eingeladen - dann sogar in ein richtiges Teehaus!

20.10.2016, 22.00h

Nun feiern wir schon unser siebenwöchiges in China! Damit bin ich auch endgültig länger in China, als in irgendeinem anderen Ausland (das war auch schon vor zwei Wochen der Fall, aber jetzt ist es mir erst aufgefallen...:D) - aber einen hundertprozentigen Alltag haben wir immer noch nicht, vieles ist noch zu machen, egal, ob an unserer bescheidenen Wohnung, an unseren Connections zu Chinesen, oder an unseren Projekten - morgen wird sich dann zeigen, was aus dem Chor wird und ich warte auch immer noch auf eine Antwort von den Schulen in den USA...noch habe ich Hoffnung. Ansonsten stellen wir morgen unser Konzept für die Weihnachtsaktion vor, mal sehen, wie das so ankommt und dann kam auch die Idee auf, den Studenten ein wenig unsere Muttersprache beizubringen, es bleibt also noch viel zu tun - und noch ist auch die Kapazität da.

18.10.2016, 18.05h

Mal wieder habe ich die Ehre über etwas typisch Chinesisches zu schreiben: Die Spontaneität, die einem an jeder Ecke entgegenschlägt. So haben wir fünf Minuten vor unserer ersten Chorstunde erfahren, dass alle Studenten entweder bei einmaligen Treffen von anderen Clubs sind oder gerade mit Üben für andere Events beschäftigt sind - also startet unser Chorprojekt halt doch erst nächste Woche!

Dafür war unser Trip nach Mohei der reinste Erfolg: Umgeben von majestätisch-gigantischen Bergen ist das 10.000-Seelen-Dorf (die Einwohner wohnen zum Teil sehr verstreut, im eigentlichen Ort wohnen bedeutend weninger) ein Traum von CHina: Die Straßen und Gebäude sind schon älter und kleiner als in Pu'er und überall finden sich Relikte des älteren China. Die Schule (in der ganzen Stadt gibt es nur diese eine Mittelschule - in Pu'er gibt es über sechs!) war sehr bemüht um uns, wenn wir nicht unterrichtet oder geschlafen haben, sind wir mit allen Englischlehrern zusammen Essen gegangen - und da gibt es natürlich immer reichlich, ich bin immer noch ziemlich gesättigt von diesen eineinhalb Tagen! Die Lehrer sind auch untereinander viel herzlicher und kameradschaftlicher - und auch zu den Schülern: Hier sind sie eher zweite Eltern und keine Erzieher. Als wir ankamen, durften auch jeder Einzelne (nach großem Essen) gleich zwei Stunden aus dem Stehgreif unterrichten. Danach gab es natürlich nochmal Essen und dann ein unglaublich tolles Hotelzimmer mit reichlich Platz für jeden. Für den nächsten Tag gab es auch gleich einen durchgeplanten Stundenplan: Für jeden vier Unterrichtsstunden (an einer Mittelschule natülich nur 40 Minuten lang) über den ganzen Tag verteilt -  mit fürstlichem Mittagessen natürlich - und danach durften wir noch spontan mit mehreren Klassen gleichzeitig auf dem Schulhof Aktivitäten machen. Es gab "Head and Shoulders, Knees and Toes", eine Art Brückenticken und "der Plumpssack geht rum". Danach waren die Schüler am Ausrasten, wir komplett fix und alle und die Lehrer restlos begeistert - mal sehen, was sich noch alles aus dem Verhältinis zwischen uns und dem kleinen Mohei entwickelt...

Dieser Ausflug verdient eindeutig eine eigene Bildergalerie!!

13.10.2016, 22.00h

Die Ereignisse überschlagen sich: Morgen startet das Chorprojekt an der Uni, das ich zusammen mit Katharina, einer Mitfreiwilligen von der Schule von gegenüber ins Leben gerufen habe. In China weiß man nicht, wie viele wirklich kommen, da die Menschen doch relativ spontan sind, also sind wir beide ziemlich gespannt, was morgen Abend passieren wird. Außerdem habe ich Kontakt mit meinem ehemaligen Englischlehrer, der in die USA ausgewandert ist, aufgenommen und bin nun drauf und dran, den Studenten die Möglichkeit zu geben, mit jemandem aus den USA in Kontakt zu treten. Dann wurden wir drei auch noch spontan eingeladen, von Sonntag auf Montag in eine Stadt in der Nähe zu fahren, wo wir an einer Schule ein bisschen unterrichten sollen, außerdem wurden wir gefragt, ob wir bei einer kleinen Komödie mitspielen wollen. Aber das Wochenende wird wohl trotzdem auch etwas Erholung auf einer kleinen, gemütlichen Wanderung entlang der Teeberge um Pu'er bieten...

09.10.2016, 15.20h

Wenn man über China nachdenkt, dann kommt man meistens nicht darauf, dass dieses Land eine Servicehochburg sein könnte. Gastfreundschaft auf jeden Fall, aber nicht viel darüber hinaus. Dass dieses aber eben doch anders ist, durfte ich vor Kuzem in einem ziemlich extremen Beispiel erfahren: Neles Handy kam ihr abhanden - woraufhin wir zu einem China Mobile Laden gegangen sind, die es hier wirklich an jeder Straßenecke gibt, und wollten erstmal die alte SIM-Karte sperren lassen, ein Glück fanden wir auch einen Mitarbeiter, der ein wenig Englisch sprechen konnte, dieser meinte aber auch zu uns, dass wir in einer Filiale wäre, in der nur Handys verkauft und neue Verträge abgeschlossen werden würden. Also war es für ihn nun das selbstverständlichste, mit uns 400 Meter zum nächsten Laden von China Mobile zu gehen, um uns dort dann weiter mit einem Kollegen beraten zu können. Das Schlussresultat: Wir können die Karte ohne Passwort nicht sperren und eine neue bekommen, von diesem hörten wir da auch zum ersten Mal. Gestohlene Handys würden aber eh komplett resetted werden, um sie weiterzuverkaufen, weshalb das alles nichts mache, meinte unser fließige Helfer. Also mussten wir zur dritten Filiale, wo man eine neue Karte bekommen konnte, die nun fast 700 Meter weiter weg lag - wieder führte uns der Mitarbeiter und wieder kümmerte er sich um alles, während wir warteten - schließlich hatten wir eine neue SIM-Karte und wurden zum ersten Laden zurückgebracht - wo wir dann auch ein neus Handy mit 100 Yuan Rabatt und einem Schüsselset als Geschenk erworben haben. Da soll noch einmal jemand denken, Chinesen wären nicht servicebereit!

30.09.2016, 09.00h

Es regnet!! Und dabei haben wir alle Wäsche zum Trocknen aufgehängt - zum Teil auch so, dass sie jetzt nochmal aufgehängt werden kann - und dabei sollte das alles heute Abend mit nach Kunming! So ist das halt mit der Regenzeit, sie endet halt nicht von einem Tag auf den anderen...

Der Redencontest war eine äußerst förmlich Angelegenheit - alle hatten sich sehr akkurat gekleidet - aber am strengsten von der Punktevergabe waren wir Deutschen!

Außerdem wurden wir für Mittwoch abend zu einer Frshmen-Begrüßungsfeier von nahezu zehn Leuten, vom Freshman bis zur Dekanin des English-Departments eingeladen, wir haben aber jeden Mittwoch Abend Gruppentreffen und so konnten wir uns nur nach an den letzten beiden Darbietungen erfreuen - und wurden gleich engagiert, das Weihnachtsevent zu planen und durchzuführen, welches mehr oder minder an die gesamte Universität gerichtet ist...

Am Mittwoch hatten wir dann auch noch zum ersten Mal unsere drei neuen, kürzeren Stunden, welch unglaublich viel Spaß bringen: In komplett befreit-légerer Athmosphäre können wir mit den Schülern Englisch behandeln - wie und wo wir wollen!

In der Goldenen Woche (vom 1. bis zum 8.10.) haben wir einen relativ eng gestrickten Zeitplan - ich werde mich also erst wieder danach melden können...

27.09.2016, 15.45h

Die Geburtstagsreinfeierei ist mit ordentlich Spaß und einer Menge Traditionen (chinesischer, wie deutscher) über die Bühne gegangen. So schmieren Chinesen dem Geburtstagskind gerne etwas Buttercreme ins Gesicht, woraufhin es selbst zurückschmieren darf - der gesittete Europäer würde wohl von einer "Tortenschlacht" sprechen...

Am Abend haben wir dann noch gemeinsam aus dem chinesischen Kochbuch, das ich bekommen habe, gekocht - und es hat sogar chinesisch geschmeckt!!

Nun hat uns wieder der ganz "normale" Wahnsinn eingeholt - aber um diesen einfacher bewältigen zu können, haben wir uns Fahrräder zugelegt!

Ansonsten dürfen wir heute Abend bei einem Redencontest auf Englisch im Jurygremium sitzen und über Sieg oder Niederlage entscheiden...

22.09.2016, 22.22h

Die technischen Probleme haben sich mittlerweile in Wohlgefallen aufgelöst und das Wetter hat wieder einen draufgelegt. Außerdem scheinen wir nun auch mehr an der Uni zu tun bekommen: Wir sollen nun auch einen Einglisch-Workshop übernehmen, den wir uns komplett selbst einteilen und frei unterrichten dürfen. Denn die normalen Unterrichtsstunden an der Universität unterliegen strengen Bestimmungen: Jede Stunde wird gefilmt und ausgewertet: War der Lehrer zu spät? Wie hat die Klasse mitgemacht? und so weiter. Deshalb können wir auch nicht einfach so den Klassenraum mit ein paar Schülern verlassen. Dies ist uns aber in dem Workshop möglich!

Wenn unsere Wohnung noch einen gemütlicheren Boden und eine heile Terassentür bekäme, wäre sie auch nahezu fertig! Darum werden wir uns morgen in Ansätzen kümmern - und übermorgen werden das erste Mal die Türen geöffnet (Für Chinesen und Deutsche!), denn dann bin ich schon fast 20....

12.09.2016, 17.15h

Auf der anderen Seite der Welt ist das mit der Technik manchmal so eine Sache: Mein Rechner hat eine unglaublich verzerrte Bildauflösung, das WLAN ist zwischenzeitig mal ausgefalen und die SIM-Karte vom Handy will auch noc nicht so ganz, aber das wird schon wieder!

Die dritte Woche bricht mittlerweile an - und der Alltagstrott lässt immer noch beharrlich auf sich waten. Am 15. September war das Mondfest - praktisch das chinesische Erntedankfest, das im Kresie der Familie mit ordentlch Essen und vor allem mit Mondkuchen, kleine, mit teils undefinierbarem Kram gefüllte Küchlein gefeiert wird. Unseren Partnerstudenten war aber der Weg nach Hause zu weit, weshalb sie uns in unserer Küche bekocht haben, wir Deutsche haben Salat und westeuropäische Tanzstunden beigesteuert. Danach durften wir die ersten Erfahrungen mit chinesischen Studentenbars machen. Am nächsten Abend ging es dann gleich motiviert auf eine Poolparty chinesischer Art - auch ein sehr spannendes Erlebnis! Morgen dürften wir dann auch erfahren, was die Uni uns noch so für Aufgaben aufgibt.

Unsere Wohnung blüht und gedeiht indes weiterhin: Wir sind nun auch im Besitz einer Dartscheibe, eines chinesischen Trinkwasserspenders und eineiger Plastikblümchen, die ein bisschen Farbe in die Bude bringen!

Auch das mit dem Sauberhalten scheint zu klappen, da sich Nele und ich u mich um die Wäsche kümmern und Lea abwäscht. Die Wohnung muss eh einmal in der Woche gereinigt werden, bevor unsere Chineischlehrerin kommt.

Das Wetter (bisher meistens Sonne und 25-30°C) scheint sich abzukühlen: Es erinnert jetzt eher an unsere diesjährigen deutschen "Sommer" in ein bisschen wärmer, aber so etwas schadet wahren Nordlichtern eh nicht!

(PS: Fotos gibt es, sobald ich wieder Zugriff auf meinen Rechner habe, oder es die Technik der Cloud zulässt...)

12.09.2016, 22.45h

Mangelnde Chinesischkenntnisse sind in einem chinesischsprachigen logischerweise meistens von Nachteil - wenn man jedoch einfach jede Frage mit "ja" beantwortet, ohne genau zu wissen, welches Essen einem dann genau aufgetischt wird, kann es passieren, dass aus der selbstzusammengestellten Suppe auch mal eine gigantische Reisbeilage wird - das haben Nele und ich gestern erlebt!

Den Abend haben wir mit unseren Studentenpartnern zum Chinesischlernen verbracht - und natürlich sind wir nicht bloß Essen gegangen (es gab ein Manü nach Dai-Art (einer indigenen Volksgruppe der Region), das einfach nur noch genial leckerer war, als unsere täglichen Gaumenschmause), sondern sind noch in der Dunkelheit auf dem wunderschön beleuchteten Wanderweg am Meizihu gewandelt und haben im Park bei Abendgymnastikübungen einiger mitteljungen Damen mitgemacht.

Heute haben wir uns gestern eine Unterrichtsstunde unserer "Muttilehererin" Jojo angeguckt - und waren überrascht, wie nah dies am westeuropäischem Unterrichtsmodell dran ist! Dann haben wir uns um die Wäsche und den Unterricht gekümmert - und heute Abend war dann wieder die English-Corner, bei der uns weitere deutsche Freiwillige unterstützt haben.

11.09.2016, 13.30h

Gestern haben wir auch Nägel für zwei Yuan erstanden - sie waren ihr Geld auch wert, aber nach sieben verbogenen und abenteuerlichem Überkopfarbeiten haben wir unsere Uhr und eine Tafel aufgehängt bekommen, so langsam wird unsere Wohnung immer wohnlicher.

Eine unserer Englischlehrerinnen hat uns eingeladen, den Meizihu, ein See einen Kilometer von uns entfernt zu erkunden. Wie es bei Chinesen so ist, gingen wir  nicht bloß einmal um den See, sondern es gab erst Frühstück, dann unsere erste Teezeremonie und dann sind wir ein bisschen um den wunderschönen See gegangen, um gleich nochmal mit ein paar wildfremden Geschäftsmännern Tee zu trinken und noch Mittag zu essen - in China läuft's halt ein wenig anders!

Dann haben wir uns mit unseren Mitfreiwilligen der LiuZhong (der sechsten Mittelschule), die gegenüber wohnen, getroffen und haben uns spontan entschlossen, einmal um einen anderen See herum zu unserem Gruppentreffen zu marschieren - was einen zweistündigen Marsch nach sich zog!

Aber die Laune war gut und wir haben so manch spannenden Ort gesehen.

 

09.09.2016, 20.44h (Ich schreibe jetzt nicht jedes Mal, nach welchem Rhythmus ich lebe!)

Wir sind angekommen! Nun ist auch das WLAN in der Wohnung einsatzfähig, deshalb melde ich mich auch erst so spät wieder. Am Montag haben wir mit der Leiterin des English-Departments ein Gespräch gehabt - und erfahren, dass wir aktuell nur zwei Stunden à 80 Minuten am Dienstag hintereinander zu geben haben. Diese beiden liefen auch ganz gut, die Studenten sind aktuell noch etwas schüchtern. Außerdem haben wir die English-Corner der Uni am Montagabend besucht - wo über 100 Studenten waren. Jeder hat mit ca. 15 in einem Kreis Aktivitäten gemacht, ich habe versucht, mit ihnen "Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser?" auf Englisch zu spielen, was tatsächlich nach vier Anläufen irgendwie geklappt hat. Danach standen wir noch fast eine Stunde für Selfies, etc. parat. Man fühlt sich fast wie Superstars!

Unsere Wohnung beschreiben wir (noch!!) mit dem Ausdruck "kärglich" - es ist noch nicht sehr viel drin, aber wir richten fleißig die Wohnung ein, seit heute haben wir außerdem Sebastian, ein Freiwilliger der letzten Generation, der um drei Monate verlängert, bei uns aufgenommen.

In Pu'er wird übrigens Hund am liebsten miteinem Halsband ausgeführt, anstatt scharf gewürzt gegessen zu werden! Ansonsten haben wir selbstständig uns durch die Buden probiert und schon geronnenes Blut, Darm und Magen gegessen.

Heute Abend gab es dann zum ersten Mal ein Essen mit allen Fremdsprachenlehrern der Uni mit herrliche Blick über die Stadt - und ab Montag haben wir Chinesischunterricht privat in unserer Wohnung.

04.09. 2016, 22,19h (chinesische Zeit)

Heute wurde erstmal ausgeschlafen und dann sind wir mit dem Bus (pro Fahrt ein Yuan! (durch sieben für den Europreis!!)) auf eigene Faust in die Stadt gefahren - und landeten direkt an der Shopping-Mall und im Walmart. Danach haben wir einen chinesischen Markt erkundet - und typisch chinesisch gegessen, bevor wir, auf der Suche nach einem See mit Park - durch die halbe Stadt in die falsche Richtung gelaufen sind, um dann zu erfahren, dass dieser Park und See gerade mal eine halbe Stunde zu Fuß von uns entfernt liegt. Auch wenn unser Chinesisch von Perfektion weit entfernt ist, schafft man es doch irgendwie, sich mit Hilfe von Offline-Dictionary-Apps und wildem Herumwedeln mit den Einheimischen zu verständigen. Von dort konnte man zum ersten Mal ein bisschen auf die Stadt hinunterblicken. Und nun wird es auch so langsam Zeit, schlafen zu gehen, immerhin werden wir morgen früh um 9.00h abgeholt, um dann endlich zu erfahren, was wir in der Uni genau tun werden - und um unsere Wohnung zu beziehen!

03.09.2016, 23.30h (chinesische Zeit, sechs Stunden vor Mitteleuropa)

Nach 61 Stunden turbulentesten Reisens ist es doch tatsächlich geschafft! Ich sitze in Pu'er und kann nun anfangen, zu schreiben!

Bis es aber dazu kam, ging ne Menge schief: Der Zug nach Hamburg hatte Verspätung, sodass der Anschluss nur noch mittels Rennen zu erreichen war, dann hatte der Flieger von Frankfurt nach Paris technische Schwierigkeiten, weshalb wir nicht direkt weiter nach Peking fliegen konnten, sondern noch eine Nacht in Paris vo AirFrance geschenkt bekamen. Dann mussten wir uns im ekinger Flughafen zurechtfinden, wo ein Koffer und ein Handy verschwanden, und schließlich wurde in Kunming das Gate mehrfach verändert, was immerhin dafür gesorgt hat, dass wir an fast jedem Gate einmal mindestens vorbeigerannt sind.

Jetzt sind wir aber glücklich in Pu'er angekommen, unsere Aufsichtsperson hat uns in Empfang genommen und uns erstmal in einem Hotel für zwei Nächte untergebracht, wo jeder von uns drei ein Doppelzimmer für sich alleine hat, bis wir dann am Montag in unsere Wohnung umziehen. Außerdem gab es zum Abendessen die beste Nudelsuppe, die ich bisher gegessen habe und die Ankündigung, dass wir nun doch nicht Deutsch, sondern Englisch unterrichten werden. Der Rest folgt dann übermorgen, morgen werden wir drei erstmal auf eigener Faust die Stadt erkunden!

Jetzt ist es soweit!! Am 01.09. geht es los! Die Zugfahrt ist gebucht, die Flüge startbereit,  der Koffer ist unter größten Einsparanstrengungen (20Kilo!) gepackt,wir sind alle motiviert - und das Visum sollte auch rechtzeitig da sein!! Zhongguo, women lai le!! (China, wir kommen!)

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Sascha Sacknieß